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Zellner, Christoph 313 Zellner, Karl
dkg Harmonium. Eine Anzahl nün Gan5tiickln
berühmter NeiZter" (Schubert, Beet-
hoven, Rameau, Bo ie ld ieu , Mo-
zart, Bach, Haydn, Rubinstein),
3 Hefte (Wien 1864, Spina); „ZlMran.
iöZiZcher TVeilinllchtZgttllng, tiir Süpranzala, uikr-
stimmigen Männerchor mit Harmonium", Par»
titur und Stimmen (ebd. 1864); —
„Smüli Churäle für Harmonium" (ebd. 1867,
HasUnger); — „Nie RunLt i>e5 Harmonium-
zpikl5. Oine Neihe uan Cunstäcken tortzchreiten-
den Schwierigkeitsgrades, mehrere Hefte
(Wien 1869, Spina); auch setzte Zell-
ner die seinerzeit von Fischhof begon»
nenen „Classischen Studien" für das
Pianoforte, welche den Wiederabdruck
hervorragender Compositionen von I . PH.
Allegro, I . S. Bach, Ciaccona,
ß. Couperin, Händel, Kirnberge r,
Pachelbel u. A. enthalten, fort. Durch
seine Harmoniumschule mit einem theore»
tischen und praktischen Theile, wie durch
die mit Herausgabe alterer musicalischer
Classiker verbundene Einführung hifto-
rischer Concerte, welche er eine ganze
Iahreswoche hindurch (1839 — 1866)
mit einer der Sache würdigen Hingebung
geleitet, besitzt er unleugbare Verdienste
um das musicalische Leben Wiens, das
durch die der 1848er Bewegung folgende
Stagnation seine einstige Glorie wenn
noch nicht ganz verloren, doch beträchtlich
eingebüßt hat.
Riemann (Hugo Dr.). Musik»Lerikon. Theorie
und Geschichte der Musik, die Tonkünstler
alter und neuer Zeit u. s. w. (Leipzig 1882.
Bibliographisches Institut br. 12") S. 1028.
— Hans l i ck (Eduard). Geschichte des
Concertwesens in Wien (Wien 1869, Brau»
Müller, gr. 8".) S. 419 und 432.
Noch sind bemerkenswerth: 1. Christoph
Zel lner (geb. in Krakau 1567, gest. da<
selbst 1637). Er trat in den geistlichen Stand
und erhielt 1390 eine Caplansstelle. Zuletzt
wurde er Sacristan in der Marienkirche zu
Krakau, für deren Ausschmückung er alle seine Einkünfte verwendete. Mit dem nahen,
den Alter zog er sich in die Ruhe zurück und
lebte seit 1633 im Iesuitencollegium zu
St. Barbara, wo er im Alter von 70 Jahren
starb. Er hinterließ in Handschrift ein Tage«
buch vornehmlich Krakau betreffender Zeit»
ereignisse, welches bis 1617 fortgeführt und
für die Geschichte der Stadt wichtig ist.
Ambros Grabowski hat dasselbe unter
dem Titel: ^ronika 2I00 oskso^isuio odoH-
mu '^aes «äLr-ouia n koucu XVI, i n» po>
o2»tku XVII . visku", d. i. Chronik oder
Zeitbuch, die Ereignisse zu Ende des 16. und
Anbeginn des 1? Iahrkunders umfassend,
herausgegeben. Es ist Grabowski's Werke
^(xro'o? krolov? ^oläkick n KIr2.ko'v?i6 T?
koscieie k«,teära!Q)'in u» ^Hinlcu", d. i. Die
Gräber der polnischen Könige in der Käthe»
drale auf dem Schlosse (Krakau 1835. kl. 4".).
vorangedruckt. — 2. Jul ius Ze l l ne r
(geb. in Wien 1832). Er widmete sich an»
fänglich dem technischen, später dem kauf«
männischen Berufe; aber weder in oem
einen, noch dem anderen Genügen findend,
wendete er sich 1851 der Musik zu. auf
welcbem Gebiete er bis zur Stunde auch
schöpferisch thätig ist. Er hat viel componirt:
Quintette. Quartette, Trios-, Sonaten für
Clauier und Streichinstrumente. Claoierstücke,
mehrstimmige Gesänge und Streichquartette,
deren eineS 188? den vom Wiener Tonkünstler»
Vereine ausgeschriebenen Preis errang. Von
seinen Kompositionen sind zwei „Sympho»
nien" in Z-t?il^ und N-c?«^, dann „Melu»
sine" und das Chorwerk „ Im Hochgebirge"
in den philharmonischen Concerten beifällig
aufgeführt und auch in weiteren Kreisen be»
kannt geworden. Mehrere seiner Composi«
tionen erschienen im Druck, so: „Fünf Cha-
rakterstücke für Pianoforte" 0p. 2 (Wien
1869, Gottharo); — „Sechs Clavierstücke
(Schwermuth. Auf leichten Schwingen. Leichter
Sinn. Still beglückt. Canzonette. Romanze)"
Oz,. 3 (ebd. 1869); — „Suite (Präludium
Scherzo, Marsch, Romanze, Finale) 0p. 4
(ebd. 1869); — „Symphonie ^ - s u ^ für
großes Orchester" 0x. 7 (Wien 1871, Gott«
hard), in Partitur und Arrangement für das
Piano. ^R iemann (Hugo Dr.). Musik»
Lexikon. Theorie und Geschichte der Musik
u. s. w. (Leipzig 1882, bibliogr. Institut,
br. 12°.) S. 1028, Nr. 2.) — 3. Har l
Zel lner (geb. in Wien 1856). Derselbe
widmete sich der Malerkunst und bildete sich
in derselben uncer Aug Schaffer, Hau»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon