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ni, Dominik Joseph 3l8 ni^ Dominik Joseph
stonversations » Lerikon für die gebil«
deten Siände. Herausgegeben von I . Meyer
(Hildburghausen, Amsterdam. Paris und Phi<
ladelphia l832, gr. 8".). 6. Suvplementband
( ) . 3. t33.
Parträt. Holzschnitt in der oberwähnten
«Illusttittrn Zeitung" Bd. XXI, S. 400.
Zeni, Dominik Joseph (Ma ler ,
geb. zu Bardal ino, einem am Ufer
der Riva in Welschtirol gelegenen Land«
hause, am 18. September.1762. gest.
am i. Februar 1819). Sein Vater
B artholomaus, der gleichfalls Maler
war, hielt sich wahrscheinlich zur Zeit,
als ihm der Sohn geboren wurde, in
Bardalino auf, um den Herbst daselbst
mit seiner Gattin zu verbringen. Ueber
die Arbeiten des Vaters fehlen alle Nach»
richten; derselbe unterwies den Sohn
selbst in der Malerei und lebte damals
in Riva. am Gardasee. Von da begab
sich Dominik Joseph zur weiteren
Ausbildung nach Verona, wo er die
zu jener Zeit sehr geschätzte Kunstaka-
demie besuchte. 1791 ging er nach
Trient, in welcher Stadt er mit uner-
müdlichem Fleiße Tag und Nacht arbei»
tete, um sich seinen Lebensunterhalt zu
erwerben. Er besuchte von dort aus, um
Auftrage zu erhalten, Valsugana und die
benachbarten Thäler und malte Vorzugs»
weise Bildnisse. Die Auftrage mehrten sich
bald so, daß er von seinem Einkommen
sogar Einiges zurücklegen konnte. Mit
den Ersparnissen kaufte er, wo sich ihm
Gelegenheit darbot, Kupferstiche, die er
leidenschaftlich liebte und dann mit
solcher Vollendung nachzeichnete, daß auf
den ersten Anblick Copie und Original
nicht zu unterscheiden waren. Dabei
pflegte er die Poesie, las Ariosto und
Metastasio, wußte die schönsten Stellen
aus ihren Werken auswendig und trug
sie nicht selten in Freundeskreisen mit Begeisterung vor. Er sebst versuchte sich
bei festlichen Gelegenheiten öfter in der
Dichtkunst, und Alle, welche diele Vor-
träge gehört, urtheilten einstimmig, daß
er mit ungewöhnlicher Begabung dichte.
Doch war die Malerei die eigentliche
Kunst, die er übte. Er malte viel, und
das Meiste und Beste von seinen Arbeiten
befindet sich in Trient; davon nennen
wir in der Kirche 3. klaria inH^iors
die Altarblatter „Nrr h. Iozrph", „Der
h. Ladung" und „Der Kreuzweg". Beson»
ders gerühmt wird von Kennern sein
großes Gruppenbild, welches die erste
Schützencompagnie von Trient darstellt.
Es zeigt in treuen und ahnlichen Bild»
nissen über 130 Personen, aber nicht wie
man es heutzutage auf Photographien
sieht, in gezwungener Haltung und
staffelweise gruppirt, nein, die Schützen
sind sämmtlich in ungezwungener male»
lischer Stellung ganz originell aufgefaßt,
so daß das.Bild den Charakter eines
großen Geschichtsbildes bewahrt. Meh«
rere Oelgemälde satirischen Inhalts be>
finden sich in der Villa B a l o o i n i ,
deren Bescher sie von dem Künstler, um
die Erinnerung an seine Freunde fest»
zuhalten, malen ließ. Zu Cavedine in
der Pfarrkirche sind zwei Altarbilder von
Zeni: „Nrr Traum dc5 h.Joseph" und „Nie
Predigt des h. Numinirnz", beide Arbeiten
von Kennern als trefflich bezeichnet.
I n obgedachter Villa befinden sich auch
seine Bildnisse des französischen Generals
Via l und der Signora Baldo ina, der
Gemalin des Villenbesitzers; viele andere
Bildnisse seines Pinsels sieht man in den
Villen der Umgebung von Trient. 1806
bis 1812 war er, wie Nagler schreibt,
in Innsbruck thatig, wo er unter An»
derem Andreas Hofer's Bildniß aus-
führte, welches dann durch den Stich
weitere Verbreitung fand, wahrend das
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon