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Zeno, Johann Bapt. 326 Zepharovich, Victor Leopold
hann Baptist Zeno. bekannter als Astro»
lo« Seni . ' der im Leben Wallenstein's
eine nicht unwichtige Rolle spielt. Wallen»
ftein, oder wie er richtig genannt wird
Naldstein, war von Jugend auf sehr fĂĽr
das Studium der Astrologie und geheimen
— Kabala «enannien — Kunst eingenommen
und hielt fest an dem Glauben an den
EinfluĂź der Gestirne auf das Leben des
einzelnen Menschen. Auf seiner 1608 durch
einen Theil Europas unternommenen Reise
hielt er sich längere Zeit in Padua auf, wo
er mit groĂźem Eifer die Vorlesungen des
Astrologen Andreas Or io l i besuchte, und als
er dann heimkehrte, fĂĽhrte er in seinem Ge<
folge stets gelehrte Männer mit sich. unter
denen auch einige Zeit der berĂĽhmte Kepler
am Hofe Waldstein's die Lterne im Auf»
trage des Grafen beobachtete. Auf Kepler
— wie es scheint — folgte Johann Bap«
tist Zeno, und wurde er der Hofastrolog
Waldstein's, FrĂĽher Professor der Astro-
logie zu Genua, kam er mit hohem Gehalte
in gleicher Eigenschaft aa die Universität in
Wien. Von da berief ihn der Graf zu sich,
der ihm ein Iahresgehalt von 2lwu Thalern
mit freier Verpflegung aus der gräflichen
KĂĽche gab und ihm einen eigenen Stall mit
sechs Pferden und Kalesche zur ausschlieĂźlichen
VerfĂĽgung stellte. Bekannt ist es. wie dann
Wallenstein bei allen seinen Nnterneh»
mungen vorher Zeno's Rath einholte, und
noch in der Nacht vom 23. Februar 1634,
in welcher er in Eger ermordet wurde, beob»
achtete er mit dem Astrologen die Sterne,
der ihm nicht verhehlte, daĂź die Constellation
sich nicht gĂĽnstig zeige. Wallenstein legte
aber Zeno's Beobachtungen dahin aus. daĂź
dieselben wobl richtig seien, aber sich nicht
auf ihn, sondern auf jenen selbst bezögen,
dem die Soldaten des Friedländers nicht ge»
neigt waren. Und in der That. nach Wal»
lenstein's Ermordung wurde Zeno von
den kaiserlichen Soldaien sofort verhaftet
und so lange in Egrr gefangen gehalten, bis
er sich mit 4000 Goldgulden, die er von
seinem Herrn kurz vor dessen Tode zum Ge«
schenk erhalten hatte, loskaufte. Am t i . März
1634. also in der dritten Woche nach Wal«
lenstein's Ermordung, befand sich Zeno
noch in Eger. wurde von dem mit der Füh«
rung des Processes betrauten kaiserlichen
Rath Dr. Iustus Gebhard wegen Wal«
lenstein's Verrath verhört und von der
Untersuchungscommission nach Wien gefĂĽhrt. Fand man ihn nun von jeder Schuld frei,
oder wirkten andere Umstände mit, kurz An«
fang 1635 erfolgte seine Entlassung aus der
Haft. Ueber seine weiteren Geschicke ist nichts
Gewisses bekannt; er hielt sich noch lange in
Wien auf. Am l. April 1643 winde er auf
dem Stephansplaß von dem polnischen Ge»
sandten B i b o n i fĂĽr einige beleidigende
Worte zweimal mit dem Degen durchstochen
und dann von den Dienern desselben zu«
sammengehauen. Ob er von diesen Verwun»
dĂĽngen genas oder infolge derselben starb, ist
nicht bekannt.
Zentner, Adam (Bi ldhauer, geb.
1760. gest. in Wien am 11. December
1828). Der „Neue Nekrolog der Deut-
schen" nennt ihn einen akademischen
Bildhauer, und Nagler bezeichnet ihn
als Mitglied der kaiserlichen Akademie
der bildenden Künste in Wien, der da»
selbst als Bildhauer arbeitete. Nach letz.
terem Biographen wäre Zentner, 60
Jahre alt, zu Wien 1828 gestorben, also
nicht 1760, sondern 1768 geboren. Ueber
seine Arbeiten laffen uns alle Quellen
im Stich.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Ilmenau
1830, B. F. Voigt. 3".) VI . Jahrgang
(1828) S. 980. Nr. 1263. — Nagler
. (G. K Dr.). Neues allgemeines Künstler»
Lerikon (München. 3°.) Bd. XXII (1852).
Seite 262.
Hepharovich, Victor Leopold Ritter
von (Geolog, geb. in Wien am
13. April 1830, gest. zu Prag im März
1890). Er studirte in Wien und wandte
sich frĂĽhzeitig den Naturwissenschaften,
und zwar mit Vorliebe der Geologie und
Mineralogie zu. Nachdem er das Doc-
torat der Philosophie erlangt hatte, trat
er in den Dienst der damals in ihrem
ersten Aufschwung begriffenen nicht lange
vorher ins Leben gerufenen kaiserlichen
geologischen Reichsanftalt in Wien. 1832
bis 1837 arbeitete er als Sectionsgeolog
an diesem Institut, während dieser Zeit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon