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Zerboni di Sposetti (Hauptmann) 333 Zerbs, Joseph
rigenen Kinder hatte, adoptirte er zwei Kna«
den Wi lhelm und Friedrich, deren
Eltern wir nicht kennen. Von diesen Aoopliv»
lindern geht ein besonderer Seitenzweig der
Familie aus. über welchen uns jedoch zuoer«
lässige Nachrichten fehlen. Zu demselben
gehören Al Phons, Alma und Albert.
Al Phons ging zuikk^ Theater, spielte auf
verschiedenen BĂĽhnen in Deutschland, zuletzt
in Breslau und Hamburg, verheiratete sich
mit einem aus Linz gebürtigen Mädchen
Rosine, das dieser Heirat wegen von ihren
Eitern verstoĂźen wurde, und ging mit ihr
?8ĂĽ6 nach Amerika, wo er die Negie des
Apollo»Theaters in St. Iouis führte, aber ani
31. August 1868 an einem Carbunkel starb.
Die trostlose Gattin machte im Schmerz
über diesen Verlust wiederholte Selbstmord»
versuche, woran sie immer wieder durch die
Frau des Theaterdirectors Louis Kur th, in
dessen Hause sie '"eine Zuflucht gefunden, ver-
hindert ward. Als sie ruhiger geworden schien
und nicht mehr beobachtet wurde, wählte sie
ihren Geburtstag, den ZI. October 1868 zu
einem neuerlichen Attentate auf ihr Leben,
ordnete alle ihre Angelegenheiten auf das
pünktlichste, bestellte und bezahlte zwei Grab«
steine für sich und ihren Gatten und uer»
giftete sich dann mit Cyankali. — Alma von
Zerboni ist in Odessa an Peter Mitro«
wicz verheiratet; ihr Vater August stand
in österreichischen Consulardiensten, hat den
Orient bereist und das Buch „Der Orient
und feine culturgeschichtliche Bedeutung"
(Wien 1868. Hartlcben. gr. 8".) heraus'
gegeben. — 2. Eduard (geb. l t . October
1809. gest. .ji. Jänner 1878), ein jüngerer
Bruder des Ju l ius , trat in die kaiserliche
Armee, wurde 1843 Oberlieutenant im Tiroler
Iäger>Regimente Kaiser und schied als Major
aus dem activen Heere. Er war mit Io«
Hanna, einer Tochter des späteren Landes«
gerichispräsidenten und HerrenhausmitgliedR
Franz Freiherrn Scharschmid von Adler»
treu lBd. XXIX, S. 119) vermält. aus
welcher Ehe drei Sohne Mar. Franz und
Jul ius stammen. — 3. Adolf (grd.
28. November 4812), ein jĂĽngerer Bruder
Eduards, diente gleichfalls in der kaiser.
lichen Armee, wurde zuletzt Oberlieutenant
im Tiroler Regimente Kaiser»Iäger und erlag
einer 1848 im Gefechte bei (Hesano erhaltenen
schweren Verwundung. — 4. Ein Ierboni
di Sposett i , dessen Taufnamen wir nicht
kennen, war 1848 Hauptmann im kaiserlichen Vionnier'Regimente und erhielt für Aus»
zeichnung in der Kriegsepoche l848 und 1849
das Ritterkreuz des österreichischen Leopold«
ordens. — 3. Ob die Zerboni di Spo«
setti mit der mährischen Familie C erboni,
in welcher Johann Cerboni. ein Sohn
des Obersten ThomaS Cerboni, niit
Diplom ääo. 27. März 163l) von Kaiser
Ferdinand I I . die freiherrliche Würde er»
langte, und ĂĽber welche seit Beginn des
18. Jahrhunderts keine weitere Nachricht sich
ergibt, mit den Zerboni di Sposett i in
verwandtschaftlicher Beziehung stehen, ist nicht
ersichtlich. Ein Unterschied besteht in der
Schreidung, nämlich die Freiherren erscheinen
mit C (Cerboni) geschrieben ohne weiteres
Prädicai. die anderen mit Z mit dem Prä«
dicate Sposett i . Ueber die freiherrliche
Familie' enthält d'E l v e r t's „Notizenblatt
der historisch > statistischen Section der k. k.
mäbrisch<schlefischen Gesellschaft zur Beförde«
rung des Ackerbaues" Jahrg. 1884. Nr. 7
nähere Nachrichten.
Zerbs, Joseph (k. k. Oberst, geb.
zu Petrinia in der Militärgrenze am
23. Jänner 1827, gefallen auf dem
Felde der Ehre in der 'Schlacht bei
Königgrätz am 3. Juli 1866). Er
kam im September 1838 zur militari-
schen Ausbildung in die Wiener Neu-
städter Akademie, aus welcher er im
September 1845 als Lieutenant minderer
GebĂĽhr zu Gyulay Infanterie Nr. 33
eingetheilt wurde. Im Regimente rĂĽckte
er stufenweise 1833 zum Hauptmann,
1839 zum Major, 1864 zum Oberst-
lieutenant und am 27. November 1.865
im Alter von erst 38 Jahren zum Ober»
sten und Regimentscommandanten vor.
Er machte die FeldzĂĽge 1848. 1849 in
Italien, 1866 in Böhmen gegen die
! Preußen mit und erkämpfte sich die
ah. Belobung. In den Verlustlisten der
Schlacht von Königgrätz s3. Juli 1866)
wurde er unter den „Vermißten" auf-
gefĂĽhrt. Die eifrigsten Nachforschungen
seiner Gattin waren erfolglos, erst um
! die Mitte August genannten Jahres fand
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon