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Zhishman, Joseph Ritter von Zhishman, Joseph Ritter von
wovon
auch ein Separatabdruck vorhanden ist,
und zur additionellen Ausstellung 1873
lieferte er die „Beiträge zur Geschichte
der Gewerbe und Erfindungen", welche
von dem Referenten der Weltausstellung
Dr. W. F. Exner als mustergiltig be>
zeichnet wurden. I n seinem Nachlasse
befinden sich umfassende Tagebücher
über seine Reisen in Europa, Amerika,
Asien und Africa, die Anlage eines
Wörterbuches der japanischen Sprache
und reiche Materialien für ein Lehrbuch
der Oceanographie.
Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta.
4«.) 1874. Beilage. Nr. 4«. S. N81. —
Schra m m < Macd 0 na ld (Hugo Dr.). Die
Urne. Jahrbuch für allgemeine Nekrologie
(Leipzig 1876. Tbeile. 8".) I I . Jahrg. (1874).
Seite 62.
Zhishman, Joseph Ritter von
(Re chts gelehrter, geb. zu Laib ach
in Krain 18. Februar 1820). Em
Bruder desMorigen und gleich ihM früh»
zeitig auf sich selbst angewiesen, trat er
nach beendetem Gymnasium und philo»
sophischem Curs 1839 mit wenigen Gut-
den in der Tasche die Fußwanderung
nach Wien an, wo er den Rechtsftudien
sich widmete und diese 1843 beendete.
Nebenbei betrieb er neue und alte Spra»
chen und Geschichte. Sich um ein Gym»
nasiallehramt bewerbend, machte er meh»
rereConcursprüfungen, aber, weil damals
mehr Gunst als Verdienst den Ausschlag
gab, ohne Erfolg. Nachdem er noch
1848 den philosophischen Doctorgrad
erlangt hatte, betheiligte er sich, da 1849
die Gymnasialreform bevorstand, an den
an der Wiener Universität errichteten
philologischen und historischen Seminaren
und erhielt 1831 die Lehramtsbefähigung
für das ganze Gymnasium. Nun trat er
als Supplent in das Triester Staats» gymnasium ein, wurde 1832 an dem«
selben zum wirklichen Lehrer ernannt
und schon im folgenden Jahre in gleicher
Eigenschaft an das Gymnasium der the»
resianischen Ritterakademie in Wien ver°
seht. Nach vierzehnjähriger Thätigkeit
daselbst erfolgte seine Ernennung zum
außerordentlichen Professor des orientali-
schen Kirchenrechts und 1871 zum ordent»
lichen Professor des Kirchenrechts an der
Wiener Universität. Seit 1870 war er
auch Prüfungscommissär bei den rechts»
historischen Staatsprüfungen, für die
Studienjahre 1877/78 und 1883/80
Decan der juridischen Facultät, bald
darauf lisotor inH^niKouZ. 1887 mit
ah. Entschließung zum provisorischen,
aber schon im folgenden Jahre zum^
wirklichen Director der an Büchern und
Kunstwerken überreichen k. k. Familien»
Fideicommißbibliothek ernannt, wirkt er
in dieser Stellung noch zur Stunde. I n
der Zwischenzeit wurde er 1867 als
Lehrer des Weil. Kronprinzen Rudolf
berufen und mit der Abfassung des Lehr»
planes für den Gymnasialunterricht in
den classischen Sprachen, in der Geogra»
phie und Geschichte beauftragt. Dieser
Unterricht dauerte für die beiden letz»
teren Gegenstände, bis Ende 1872, jener
für die classischen Sprachen bis Schluß
1874. Im Jahre 1873 trug Zhishman
dem Kronprinzen von den Rechtswissen-
schaften das Kirchenrecht vor und fun>
girte bis zum Abschluß der übrigen als
Prüfungscommiffär. I n ^ seiner. Eigen»
schaft als Professor des orientalischen
Kirchenrechts wurde er von den Ministe-
rien in wichtigen Fragen über Sachen
des orientalischen Cultus in Anspruch
genommen und hatte verschiedene Aus»
arbeitungen und Gutachten abzugeben.
So verfaßte er in einem solchen Auftrage
schon 1863 die Giundzüge des Ver-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon