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Vsombori 288 Zsombori
— er zählte 48 Jahre — abschlägig be«
schieden worden, wandte er sich 1802
nach Großwardein. Der Fleiß und Eifer,
mit denen er dort den theologischen Stu»
dien oblag, bewirkte 1803 seine Aufnahme
in das Karlsburger Seminar, und von
dort schickte ihn dann Bischof M är t o nfi
in das bischöfliche Seminar zu Tyrnau.
Auf der Reise dahin bei stürmischem
und
nassem Wetter zog
sich Zsombori das
Leiden zu, welches seinen frühen Tod
zur Folge hatte. Nachdem er in Tyrnau
im August 1806 seine Studien be-
endet, reiste er nach Siebenbürgen,
empfing am 28. September desselben
Jahres zu Karlsburg die Priesterweihe
und trat sofort als Caplan zu Neumarkt
in die Seelsorge. Indessen setzte er seine
Studien vornehmlich in der deutschen
und französischen Sprache mit Eifer fort
und bildete sich bald im Predigtamte so
aus, daß sich von Nah und Fern Per-
sonen aller Stände zu seinen Kanzel
vorträgen einfanden. Nach fünfjährigem
Wirken in der Seelsorge ging er Sep«
tember 1811 nach Karlsburg, um dort
zunächst das Lehramt der Kirchengeschichte
und des Kirchenrechtes, dann aber auch
das Vicedirectorat über die Seminaristen
des siebenbürgisch
katholischen Sprengels
zu übernehmen. Auch gewährte er dem
schon sehr bejahrten Pfarrer von Szä»
kely-Udvarhely die Bitte, ihn in dem
Pfarramte, dessen Pflichten dieser seines
schon vorgerückten Alters wegen nicht
ganz erfüllen konnte, zu unterstützen.
Als dann um diese Zeit die Pfarre zu
Neumarkt erledigt wurde, bewarb er sich
um dieselbe und erhielt sie auch. Nach
dem bald darauf erfolgten Tode des
Pfarrers von Sz6kely«Udvarhely wurde
er an deffen Stelle unter gleichzeitiger
Verleihung des Dechantranges berufen.
Auch ernannte ihn der Siebenbürger Bischof Alexander Rudnay zum
Domherrn des Karlsburger Capitels. In
seiner Stellung als Pfarrer ließ sich
Zsombori insbesondere die Regelung
und Hebung des Schulwesens seiner Ge-
meinde angelegen sein. Auch das seit
1703 bestehende von dem Jesuiten Ga-
briel Bajnoczy zu Schutz und Unter-
kunft hilfloser Frauen und Kinder ge-
gründete Elisabeth-Kinderspital refor«
mirte und vergrößerte er durch Beiträge
der katholischen Geistlichkeit Sieben-
bürgens, indem er dieselbe durch einen
begeisterten Aufruf zur Unterstützung und
Förderung der bereits bestehenden Stif»
tung aufforderte. Als ihn dann 1821
Bischof Ignaz Szepessy zum wirk-
lichen Domherrn des Karlsburger Dom-
capitels und zum Director des dortigen
Seminars ernannte, raffte ihn noch vor
Uebernahme dieser Stellen im Alter von
erft 38 Jahren der Tod dahin. Sein
anstrengender priesterlicher Beruf gestat-
tete ihm wenig Muße, schriftstellerisch
thätig zu sein. Doch sind einzelne Ab»
Handlungen von ihm im
und im
enthalten, und zwar im ersteren:
, d. i. Ueber
den Opferbecher deS alten Sz4kler Adels
^1833^ und in letzterem eine ausführ»
lichere Biographie des berühmten Sieben-
bürger Bischofs Ignaz Grafen Bat-
thyg.nyi. Mehrere philosophische Ab-
Handlungen und seine zahlreichen Kirchen-
reden sind ungedruckt geblieben.
11k ^<5286t, d. i. Ungarische Schriftsteller.
Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von
Jacob Ferenczy und Joseph Danielr t
(Pefth 1838, Gustav Emich, 3°.). Zweiter (den
ersten ergänzender) Theil. Bd. I, S. 63 l.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Volume 60
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Zichy-Zyka
- Volume
- 60
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 430
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon