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Zubr^ycki 293
mund der minderjährigen Kinder des
Grafen Poninski bestellt. Da er die
weitläufigen Güter der Erben mit Um»
sicht und nutzbringend verwaltete, erhielt
er von ihnen als Entgelt ein Gut zur
lebenslänglichen Nutznießung, auf wel-
chem er sich niederließ und mit Erfolg
Landwirthschaft betrieb. Als er aber der
Kränklichkeit seiner Gattin halber sein
Gut aufgeben mußte, übersiedelte er
nach Lemberg, wo ihm der Magistrat
das Vorwerk Sygniowka in Pacht gab,
auf welchem er nun seine landwirth-
schaftlichen Erfahrungen verwerthete.
Um diese Zeit begann er einzelne land-
wirthschaftliche Artikel für Fachblatter
zu schreiben und ließ auch einige Schriften
landwirthschaftllchen InHals über Anbau
des Klees, des Hanfes u. d. m., dann
eine Uebersetzung des Handbuches über
Landwirthschaft von Ios. Burger im
Druck erscheinen. Als ihm aber Frau
und Kinder wegstarben, gab er das
Landleben und die landwirthschaftliche
Beschäftigung ganz auf und wurde
Geschichts. und Alterthumsforscher. Da
ihm zur Geschichtsschreibung, weil
er nur die Gymnasialclafsen beendet
hatte, die genügende wissenschaftliche Vor-
bildung fehlte, so trat er 1829 als Mit-
glied in das Stauropignianische In»
stitut in Lemberg ein, in welchem er icn
folgenden Jahre die Oberaufsicht über
die Institutsdruckerei erhielt. I n der.
selben waltete er mit großer Umsicht,
vermehrte und verbesserte sie, verschönte
die Lettern und veredelte den Verlag
durch den Druck guter Bücher. Nebenbei
ordnete er das Archiv der Bruderschaft,
wobei er sich mit allem Eifer auf das
Studium der das sogenannte Roth«
Rußland betreffenden Urkunden verlegte.
Die erste Frucht dieser sorgfältigen. For-
schungen war eine größere Abhandlung: „Die griechisch-katholische Stauropigial-
Kirche in Aemberg und das mit ihr ver-
einigte Institut", welche im Jahrgang
1830 des „Neuen Archivs für Geschichte
und Staatenkunde" (Wien, 4".) abge«
druckt ist, und wovon eine polnische
Ueberfetzung in den „Roxuiaitoäoi
(l831) und aus diesen im
(1837) erschien. Es ist
dies die erste ausführliche urkundlich be>
legte Nachricht über das hochwichtige bis
dahin unbeachtet gebliebene Institut. I n
seinen Forschungen fortfahrend, stellte er
sich die weitere Aufgabe, die Lücken der
bibliographischen Werke von Bandtke,
Lelewel, Sopikow und Stro jew
zu vervollständigen, und so gab er das
Buch heraus: „
Fz'^ d. i. Kritische Forschungen über
die ruffo»slavischen Druckereien in Gali-
zien (Lemberg 1836, 8".), wovon eine
russische Ueberfetzung im Petersburger
Tagblatt des Ministeriums für Volks-
aufklärung erschien; seine weiteren Ar»
beiten sind: »Z^s cko ^lHio^t ^Ociu^
7-u>sHl'6Fo «o Oa/t<?Al l' ^ . t ts i^ l " , d. i.
Grundriß zur Geschichte des ruthenifchen
Volkes in Galizien und Oesterreich (3em>
berg 4837, 8a.), wovon aber nur das
erste Heft herauskam; das ganze Werk
indessen gab später Prof. Bodiai iski
in russischer Uebersetzung zu Moskau
(1843) heraus, darin sind die politische
und Kirchengeschichte Roth ' Rußlands
von der Einführung des christlichen
Glaubens bis auf unsere Zeiten darge-
stellt; — „_OA^oViaia!^««s 6a/«<7 l^>5 '^",
d. i. Galizisches Urkundenbuch; dasselbe,
in zwei starken Banden zusammengestellt,
übergab Zubrzycki der k. k. Regierung
mit der Bitte um einen Druckbeitrag;
als er darauf einen ablehnenden Bescheid
erhielt, trat er mit russischen Gelehrten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Volume 60
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Zichy-Zyka
- Volume
- 60
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 430
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon