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303 Zulkowsky
trat 1760 in den Orden der Gesellschaft
Jesu, in welchem er fünf Jahre am Col-
legium der Gesellschaft im Lehramte
wirkte. Nach Aufhebung des Ordens
begab er sich nach Weiß'Rußland, wo er
durch fünfzehn Jahre die Obliegenheiten
eines Missionärs im russischen Reiche
ausübte. Als dann aus demselben die
Jesuiten vertrieben wurden, fand er
1820 mit Anderen seines Ordens in
Galizien eine Zuflucht und lebte daselbst
bis an seinen Tod. Im Druck erschienen
von ihm:
d. i. Predigten über das Leiden des
Herrn 2Bände (Kalisz 1770, 8<>.)-. —
Predigten über die Religion des wahren
Bekenntnisses und richtige Moral, 2 Bd.
(ebd. 1779) und „
d. i. Gelegenheitspredigten", 2 Bande
(ebd. 1779, 80.).
Uiätory«, literatur? pol-
oFtos^nyad, d. i. Geschichte der polnischen
Literatur. Dargestellt in einer Aufzählung
der durch den Drucl veröffentlichten Schriften
(Warschau und Wilna t8t4, Zawadzki. 8".)
S. 373. 582.
Zulkowsky, Karl (Technolog und
Chemiker, geb. zu Witkowih in
Mähren 1833). Seine Studien machte
er am polytechnischen Institute in Wien.
Darauf dem Lehramte sich zuwendend,
war er durch fünf Jahre als Assistent
bei der Lehrkanzel für chemische Techno»
logie an der technischen Hochschule da-
selbst, dann aber durch längere Zeit in
der Praxis als Hüttenverwalter und
Director thätig. 1869 kam er als Pro-
feffor an die Brünner technische Hoch<
schule und wirkte daselbst durch 18 Jahre.
Zuletzt folgte er 1887 einem Rufe der
technischen Hochschule in Prag. Als Pro« feffor in Brunn war er Präses der
I I . Staatsprüfungscommission für das
chemisch-technische Fach, dreimal (t870,
1878, 1883) Dekan der chemischen
Schule und zweimal (1873, l884) Rector
der chemischen Hochschule. Er zählt zu
den ersten Capacitäten seines Faches,
und ist ihm ein ganz besonderes Zeichen-
talent und mit diesem große Erfind ungs«
gäbe eigen. Er erwarb sich erhebliche
Verdienste auf dem Gebiete der Port.
landcetnent'Fabrication und legte
seine Arbeiten darüber in einer umfang«
reichen Abhandlung in den Schriften des
österreichischen Ingenieur« und Archi'
tektenvereins nieder. Seine Forschungen
auf dem Gebiete der Farbenchemie
sind seinerzeit von Hofrath Wagner in
Würzburg in Dingler's „Polytechni«
schein Journal" nach ihrer ganzen Be<
deutung hervorgehoben, und seine Arbeit
über Stärke ist in der .Zeitschrift für
chemische Industrie" als eine gründ»
legende bezeichnet worden. Man rühmt
ihm ein ganz besonderes Geschick in der
Conftruction von chemischen Apparaten
nach, von denen sich einige in allen La«
boratorien eingebürgert haben, so z. B.
seine in Gemeinschaft mit Arzberger
construirte Wasserstrahl'Luftpumpe, sein
Azotometer, seine Filtrirapparate und
die von ihm in jüngster Zeit conftruirte
Mühle, durch welche die zur Analyse
bestimmten Mineralien mit Zuhilfenahme
eines Waffermotors zerkleinert werden.
Wie schon bemerkt, ist Zulkowsky auch
in seinem Fache schriftstellerisch thätig,
und sind von ihm erschienen in den
Sitzungsberichten der kaiserl. Aka-
demie der Wissenschaften math.»naturw.
Classe: „Ueber die chemische Zusammen-
sehung eines Glimmerschiefers von Monte
Rosa und der Rapilli vom Köhlerberge
bei Freudenthal in Schlesien" Mand
o. W urzba ch.
biogr. Lerikon. I.X. Gedr. l7. Aug. 1891.' 20
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Volume 60
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Zichy-Zyka
- Volume
- 60
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 430
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon