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Zumbusch 309 Zumbusch
4838 kehrte der Künstler nach München
zurück und bli^h noch ein paar Jahre
dem Zweige der Kunst getreu, der ihn
bisher beschäftigt hatte. Es war nicht
leicht zu einem großen Auftrage zu
kommen, er hatte gegen die Phalanx der
alten Meister anzukämpfen. Doch ließ er
sich nicht entmuthigen, er studirte neben
der Antike mit allem Eifer Geschichte,
das frisch pulsirende Leben in Münchens
wissenschaftlichen Kreisen, welches König
Max geweckt, verfehlte auch auf ihn seinen
Einfluß nicht, er kam mit den Dichtern
und Geschichtsforschern dieses Kreises in
nähere Berührung. Es folgten nun
mehrere Werke, meistens Büsten, welche
die allgemeine Aufmerksamkeit auf den
Künstler lenkten. Nach einer abermaligen
Reise im Jahre 4867 nach Rom und
Neapel, wo er mehrere Werke ausführte,
die großen Beifall fanden und einen
größeren Auftrag, die Statue des Grafen
Rumford, zur Folge hatten, nahm er
nach seiner Rückkehr an dem Wettbewerb
für das Denkmal des Königs Max I I .
in München Theil, und das Schieds»
gericht erkannte ihm unter den übrigen
Preisbewerbern Hahnel, Schil l ing,
Krel ing, Widmann und Brugger
den ersten Preis zu und ertheilte ihm
auch den Auftrag zur Ausführung. Am
iZ.October 1375 wurde daS Monument
enthüllt. Aber noch bevor er dieses
monumentale Werk vollendet hatte, er-
ging 1872 an ihn ein Ruf nach Wien."
Man bedürfte bei der großartigen Bau-
thätigkeit Wiens zur Herstellung des
Gleichgewichts eines ausgezeichneten
Bildhauers, und eS gelang, inZumbusch.
einen Künstler ersten Rangs zu gewinnen,
den München, wo er doch so Vieles und
Schönes geschaffen, nicht festzuhalten
verstand. Er trat im November 1873
seine neue Stellung als Professor der Plastik an der Wiener Akademie der bil.
denden Künste an, welche er noch zur
Stunde einnimmt. Als in Wien auf
Anordnung des Kaisers Franz Joseph
dessen großer Vorfahrin Maria The-
resia ein monumentales Standbild
erachtet werden sollte, errang er unter
den Preisbewerbern den Preis, ging
1876 an den Beginn des Werkes und
vollendete es 1887. Er wurde nach Ent-
hüllung seines Werkes in den Ritterstand
erhoben. Noch sei erwähnt, daß er in der
Zwischenzeit — Sommer 1382 — eine
Reise über Athen und Smyrna nach
Güllbagsche angetreten hat. Seit. dem
Jahre 1860 ist Zumbusch mit der
Tochter des Majors Vogel vermalt,
und man will wissen,, daß er ihre Züge
in dem Antlitz der schönen Madonna,
die in Paderborn auf dem Kettenplatze
aufgestellt ist, verewigt habe. Aus dieser
Ehe entstammen mehrere Kinder: Töchter
und Söhne. In jüngster Zeit hieß es,
daß Zumbusch zur Ausführung des
Kaiser Friedria>Denkmals ausersehen sei.
Wir lassen nun eine Uebersicht der uns
bekannt gewordenen Werke — mit Aus»
nähme der schon in der Lebensskizze ge^
nannten — folgen.
I. Uebersicht der Küsten, Htatuen nnd Monu-
mentalwerke des Kildhaners Zumbusch:
^. Monumentale Werke, Statnem nnd
Steliefs. Modell einer Reiterstatue
Friedrich Ni lhelmslkl . von Preußen,
für das Standbild in Köln. Am Sockel zeigen
sich in Reliefs die Erhebung des preußischen
VolkeS in den Freiheitskriegen und die Seg»
nungen des dadurch gewonnenen Friedens
für die Rhemlanoe. während an den Vor»
sprängen die vier Hauptträger der Bewr»
gung: Blücher. Scharnhorst, Steiu
und Gneis enau angebracht sind. Der
Künstler berheiligte sich 1862 an der Con»
currenz und erhielt dafür den fünften Preis
mittaoo Thalern. — Die Giebelgruppe
Schwaben und Neuburg am National»
museuin in München. — Die Kolossal-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Volume 60
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Zichy-Zyka
- Volume
- 60
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 430
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon