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Nikolaus II. Esterházy und die Kunst - Biografie eines manischen Sammlers
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GESTALTEN WIE EIN KÖNIG154 97 Vgl. EPA/CD 1805/5028, wohl Herbst 1805. Zu den Bildern Dies’ vgl. Gabriel 1998 (1), S.  68ff. Dies dürfte dem Fürsten bereits in Rom begegnet sein, da er bei Hirt wohnte und von Graf Lamberg-Sprinzenstein gefördert worden war, was aus dem Schreiben Dies’ an Nikolaus II. hervorgeht (vgl. EPA, CD 1813/1533). 98 Vgl. Hajós 1997. Das Motiv war jedoch auch in zahlreichen europäischen Gärten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu finden, so in William Kents Planung in Chatsworth Garden oder beim Tempel der Alten Tugenden in Stowe bei Buckinghamshire um 1735. 99 Vgl. Bestellung Ludwig Engels zum Hofgärtner, 1806, in : EPA, DD 1806/4702. Vorbild entsprechend, engagierte Nikolaus auf Vermittlung Lamberg-Sprinzen- steins den in Rom lebenden Landschaftsmaler Christoph Albert Dies97. Dies war Teil des deutschen Künstlerlebens, in dem sich Nikolaus 1795 selbst bewegt hatte, und schuf von nun an Idealansichten des zukünftigen Schlossareals von Eisen- stadt. Unter der Federführung Moreaus entstand so die grundlegende Umgestal- tung des Gartens, die auch gestalterische Motive aus Méréville, wie die Anlage des Rundtempels über einer Felsenklippe, aufnahm98. – Die Idee dieser den Garten bestimmenden Szenerie rührte aus der Begeisterung für den Sibyllentempel über dem Wasserfall bei Tivoli oder von den zahlreichen arkadischen Ideallandschaften der Deutschrömer her, die Nikolaus’ Kunstgeschmack entsprachen. Wie beim Schlossbau wurden auch im Garten nur die besten Materialien ver- wendet und höchste Ansprüche geltend gemacht – Nikolaus glänzte mit Luxus und Exklusivität, Modernität und Größe und belastete die Majoratsfinanzen mehr und mehr. Ab 1806 ließ er unter dem neu berufenen Hofgärtner Ludwig Engel (gest. 1821)99 wertvolle exotische Hölzer, die aus ganz Europa bezogen wurden, in den Garten auspflanzen. Steinerne Ruhebänke, Tische und Kanapees boten dem müden Lustwandler Rast. 1807 waren bereits weite Partien vollendet. Ansicht des Wasserfalls am Leopoldinentempel im Eisenstädter Garten, Gemälde von Albert Christoph Dies (1755–1822), um 1811. Esterházy Privatstiftung, Schloss Eisenstadt.
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Nikolaus II. Esterházy und die Kunst Biografie eines manischen Sammlers
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Nikolaus II. Esterházy und die Kunst
Untertitel
Biografie eines manischen Sammlers
Autor
Stefan Körner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 2.0
ISBN
978-3-205-78922-2
Abmessungen
23.0 x 28.0 cm
Seiten
404
Kategorie
Kunst und Kultur
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