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GESTALTEN WIE EIN
KÖNIG166 119 Vgl. Gentz 1861, S. 269 (5. bis 12. August
1812).
120 Vgl. Kalamár 2004, S. 145ff. Pläne des Beam-
tenhauses an einem anderen Platz (Entwurf von
Franz Engel 1810/1813) blieben unrealisiert
(vgl. EPA, Plansammlung, BP515, 516 : »Project
des Bau Hr Ign Engel über die neu zu erbau-
enden Wohnungen hinter dem Stallgebäude« ;
MOL, FAE, T2, Nr.1370, 1371, 1436 ; Pläne
für diese Stelle gab es bereits 1809 [vgl. EPA,
CD 1809/1509], endgültig 1813 abgestellt [vgl.
EPA, CD 1813/1111, 1113]).
121 Vgl. die Vorlegepläne zu den 1787 aufgeho-
benen Klöstern Stotzing (MOL, FAE, T2,
Nr. 1520, 1580), Wimpassing (MOL, FAE, T2,
Nr. 1418, 1511, 1591 ; vgl. Hinweis auf Bauauf-
nahmeplan zu beiden in : EPA, DD 1807/2584,
25. April 1807) und Loretto (MOL, FAE, T2,
Nr. 1419, 1550, 1577 ; vgl. Hinweis auf Bauauf-
nahmeplan in : EPA, DD 1809/712, 12. Januar),
die von Jakob Rauschenfels von Steinberg
(1779–1841), Zeichner im fürstlichen Bauamt,
stammen.
122 »Plan Uiber ein in dem Wimpassinger Kloster-
Gebäude für Sr hochfürstliche Durchlaucht
zuzurichtendes Absteig-Quartier«, 1810, in :
EPA, Plansammlung, 50 (alt : 1810/1666, 1660).
123 Angeblich wurde die Kastanienallee 1792 neu
angelegt (Sartori 1812, S.
128).
Wasser, das mit einer Kohleheizung erwärmt wurde und aus bronzenen Schwanen-
hälsen floss, wie sie auch in den Empire-Bädern von Percier und Fontaine vorhan-
den waren. Schon ab 1808 stand der Bau fürstlichen Gästen Eisenstadts119, aber
auch Beamten und Untertanen zum Kuren offen.
Auch für die fürstlichen Bauten in Eisenstadt oder den fürstlichen Oberberg
entstanden Pläne, so zum Neubau der Gardekommandantur am Schlossplatz, für
neue Stadttore und eine Reithalle. Davon wurde jedoch nur ein funktionales Be-
amtenwohngebäude am Oberberg (Neugebäude) nach Plänen Moreaus verwirk-
licht120.
Statt auch noch neue Kirchen oder -umbauten zu planen, wie es naheliegend
gewesen wäre, genügten dem Fürsten allerdings die Eisenstadt umgebenden ba-
rocken Klosteranlagen von Stotzing und Wimpassing sowie Loretto als pittoreske
Prospekte. Nach der Säkularisierung der Klöster als Pfarrkirchen genutzt, wurden
sie zwischen 1807 und 1812 instand gesetzt, in prachtvollen Vorlegeplänen do-
kumentiert121 und teilweise als fürstliche Absteigequartiere eingerichtet, in denen
kleine Gesellschaften stattfanden, so wie etwa im Kloster Wimpassing122. Hier, wo
hinter der neu erbauten Brücke über die Leitha der Esterházy-Besitz begann, emp-
fing der Fürst gern im hoch gelegenen Kloster zu kleinen Essen, bevor man die
Reise auf der Kastanienallee123 durch die Kulturlandschaft nach Eisenstadt begin-
nen konnte. Damit startete ein wohldurchdachter Ablauf, mit dem Nikolaus seine
Kulturlandschaft in Szene setzte und der in Eisenstadt seinen Höhepunkt fand. –
Der Engländer Richard Bright beschrieb die Fahrt durch die Kulturlandschaft des
Jägerhaus am Buchgraben, sog. Waldhof, Fresko im Nordwestturmappartement
des Eisenstädter Schlosses, nach 1814.
Entwurf zu einem Jagdhaus, evtl. Planungsvariante des Jägerhauses beim Armen-
Seelen-Taferl bei Eisenstadt, um 1806, Planzeichnung, evtl. nach einem Entwurf von
Charles Moreau (1760–1840). Ungarisches Nationalarchiv, Budapest, Familienarchiv
Esterházy, Plansammlung.
Nikolaus II. Esterházy und die Kunst
Biografie eines manischen Sammlers
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Nikolaus II. Esterházy und die Kunst
- Untertitel
- Biografie eines manischen Sammlers
- Autor
- Stefan Körner
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 2.0
- ISBN
- 978-3-205-78922-2
- Abmessungen
- 23.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 404
- Kategorie
- Kunst und Kultur