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Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Seite - 165 -
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165 Tagebuch 1937/3 Jugendlichkeit zu erhalten u. ein paar recht konventionelle (noch dazu) Lebenslügen, wie etwa ein „gebildeter“ Mensch zu sein. Vieles Negative wird ein wenig durch ihr Bedürfnis, mit Menschen freundlich zu sein wettgemacht. Das ist sicher etwas, aber nicht genug.  –30 Abends im Bett. Wir waren in den Sc[uola] di San Rocco u. sahen d. Bilder, die das Vormittagslicht brauchen. (In d. Chiesa konnten wir d. Vorbild einer Brünner Z[eichnung] finden). Dort haben wir dann Franz verlassen u. sind in d. Akademie. Am Nachmittag tra- fen wir Phil Hendy in d. Ausstell[ung], der einen sehr müden u. kranken Eindruck machte. Wir waren abends bei Floriani zusammen. Ich fühlte mich ganz heimatlich, wieder einmal engl[isch] sprechen zu können. (Photoeinkäufe, Wohnungssuche für September).  – Letzte Karte von zuhaus !  – Anderl ! 29. [Juli] früh. Wir sitzen schon in d. Eisenbahn, abfahrtbereit. Heimfahrtbereit. Unsere Probereise  – die erste gemeinsame so lange dauernde  – geht zuende. Nichts bleibt zu tun  – als die Tagebücher nachzulesen ! Nein, noch eines : den letzten  – gestrigen  – Tag in Venedig festhalten. Wir sind in d. Früh nach Sta. Maria dell’ Vito, um von den beiden  – herr- lich beleuchteten Bildern die letzte wichtige Ergänzung zur Mostra zu finden. Der Tanz ums gold[ene] Kalb wirkt klarer, stärker, vielleicht weil die großfigurige ruhige Kompos[ition] ganz nach vorn gelegt werden konnte. Ein irdisches Bild. Das Jüngste Gericht ist daneben eingezwängt, die wichtige obere Hälfte allzu gedrängt.  –31 Vielleicht liegt es aber nur daran, daß man nicht ganz zurücktreten u. mühelos dabei d. Fenster weghalten kann. Ich müßte erst einmal bei Nachmittagslicht dieses zweite Bild sehen. Oder von d. Galerie ! Ich erinnere mich, von dort einmal einen guten Überblick gehabt zu haben  … Nachher in die Mostra ; sie wirkt noch immer „überraschend“, jedes Bild „neu“ ! Wir freuen uns, jetzt eine ausgiebige Distanz zwischen d. Eindrücke legen zu kön- nen  – bis September zumindest sechs Wochen ! Franz erschien mit dem Rücken- akt, diesmal von vorn und „Glaser“ benamst u. nicht nur das, sondern auch aus der Formanekgasse u. nicht nur das, sondern auch eine ehemalige Kollegin von Maria Schönberg, was eigentlich sich aber auch von selbst versteht. Er verabschiedete sich bald, ich denke, er „führte“ sie dann durch d. Ausstell[ung], wie ich ihn geführt hatte. Am Nachmittag schliefen wir ausgiebig u. gingen dann nach San Sebastiano in die P[aolo] Veronesekirche, die ganz einsam war ; ihre größte Zeit ist erst in zwei Jahren  – la Mostra di Paolo Veronese ! wie sie d. Katalog d. Tintorettoausstell[ung] schon an- kündigt. Höchste Zeit, was diese Kirche anbelangt : sie ist sehr restaurierungsbedürf- tig. Bei manchen Teilen kommt d. Restaurier[ung] wohl schon zu spät ! Der Mesner mit d. Brille, der wie ein Professore aussieht, hat Angst, man wird ihm d. Bilder alle
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Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
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