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Tagebuch 1937/3
Nike von Samothrake, 190 v.
Chr., Louvre, Paris. Goethe hielt sich nach 1774 mehrmals in
Düsseldorf auf und bewunderte die dortige Gemäldegalerie. Welche Experimente er dort
anstellte, konnte nicht ausfindig gemacht werden (Jeßing 2004).
24 Flochs Vater war gelernter Schneider.
25 Der Mont-Cenis-Tunnel (auch Col de Fréjus-Tunnel) verbindet Frankreich mit Italien.
Das faschistische Italien unterstützte die spanischen Nationalisten unter General Franco
(1892–1975) massiv, u. a. mit Freiwilligenkorps.
26 Turin – Vermutlich hatten Tietzes vor, die Biblioteca Reale zu besuchen, gingen aber statt-
dessen in die Gemäldegalerie Galleria Sabauda.
27 „La mostra del Tintoretetto“, 25.4.–4.11.1937, Palazzo Pesaro, Venedig. Kurator der Aus-
stellung war Nino Barbantini, von dem auch der Ausstellungsführer stammte. HT übte in
einer Rezension für das „Burlington Magazine“ zurückhaltende Kritik an der Auswahl der
Werke, die ihm nicht immer gesichert schienen, sowie an der etwas zu populären Gestaltung
des Katalogs. Zum ersten Mal jedoch könne man zahlreiche gereinigte Werke bei gutem
Licht betrachten. Der Verlust an Ausstrahlung, den die Werke durch die Entfernung aus ih-
rer natürlichen Umgebung erlitten, werde kompensiert
– „by the masterly manner in which
they are presented ; once more, Signor Barbantini has displayed his gift for bringing out the
very best elements in works of art“ (Tietze 1937).
„Bei Floriani“ – das berühmte Caffè Florian auf der Piazza San Marco, Venedig.
28 La mostra di Tiziano, Palazzo Pesaro, Venedig, April–November 1935. Kurator der be-
rühmten Schau war ebenfalls Barbantini gewesen.
29 Unklar, ob mit „Capauna“ etwa ein Badehäuschen oder ein Boot, das am Lido vor Anker lag,
gemeint war.
Franz Reichsman aus Zagreb hatte in seiner Heimatstadt ein Medizinstudium begonnen, das
er ab 1935 in Wien weiterführte. Als Logiergast teilte er mit Sohn Andreas ein Zimmer und
wurde schnell in die Familie aufgenommen. Nach der Ermordung seiner Eltern im Konzent-
rationslager vertiefte sich Reichsmans Bindung an ETC noch weiter. Kurz vor ETCs Tod im
Dezember 1958 bezeichnete er sich in einem Brief an Panofsky als „an adopted son of hers“
(Franz Reichsmann an Erwin Panofsky, 22.8.1958, Nr. 2.227, in : Wuttke 2008).
30 Gemeint war höchstwahrscheinlich der aus Wien gebürtige und in Italien ansässige Literatur-
und Kunstwissenschaftler Benno Geiger. Geiger, der in Venedig einen Kunsthandel betrieb,
sei – so Meike Hopp, die Geiger in ihrer Studie zum Kunsthandel im Nationalsozialismus
ein eigenes Kapitel widmet – wegen unlauterer Geschäftsgebaren 1931 aus Italien ausgewie-
sen worden, habe dorthin aber 1935 dank der Intervention Mussolinis wieder zurückkehren
können. Geiger habe außerdem intensive Kontakte zu nationalsozialistischen Kunsthändler-
kreisen unterhalten (Hopp 2012, 156 ; zu Geiger siehe außerdem Zambon/Geiger Ariè 2007).
Ein Professor namens Belli der venezianischen Ca’-Foscari-Universität konnte nicht aus-
findig gemacht werden.
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Erica Tietze-Conrat
Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
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- Titel
- Erica Tietze-Conrat
- Untertitel
- Tagebücher
- Band
- II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
- Herausgeber
- Alexandra Caruso
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79545-2
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 346
- Kategorie
- Biographien