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Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Seite - 182 -
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182 Tagebuch 1938/1 fragen, die immer mit umständlichen Briefen beantwortet wurden (Herr v. Thyssen brenne auf d. Besitz  … H. v. Thyssen sagt zu d. Bild  … u. s. w.) habe man ihr endlich d. Tafel zurückgeschickt aber so völlig in d. unteren Partie heruntergeputzt, daß sie jetzt (durch Dr. Christ) den Heinemann eingeklagt habe. Grünewald futsch, alle die dran verdienen wollten, gehen leer aus. Heinemann futsch  – es ist wie nach einer Schlacht. Niemand hat was davon gehabt  …6 Bei Dr. Raeber war gar nichts u. bei De Burlet haben wir mehrere Photos selbst gemacht, die er uns im vergange- nen Jahr versprochen hatte. Er ist ja als ewiger Jüngling doch eine etwas schwer- hörige Ruine  … Jetzt zur Bahn. (Das Hôtel hier war bißchen zu teuer, man hat uns Jura empfohlen. Von außen hat uns Helvetia (auch gleich bei d. Bahn) gut gefallen.  – 25. [Jänner] Die Fahrt war angenehm. Die Ankunft von selbem Reiz, wirklich endlich wie- der einmal in einer großen Stadt  – dann kein F[loch], der uns abholte ! Im Hôtel Bisson Zimmer 37 anscheinend ein we- nig neu ausstaffiert (mit reiner Wäsche !) Ein Telegr[amm] u. Brief aus Malvern, wo unser Besuch f. d. 5. II. erwartet wird (sehr angenehm). Wir packten aus u. zo- gen dann los ins sehr elegant gelegene u. aufgemachte Hôtel St. James, wo wir um 10h Frau Dr. Loeb aus d. Bett heraustelephonierten, kennenlernten u. bis nach Mit- ternacht mit ihr beisammen blieben. Sie wußte viel aus d. III. Reich zu erzählen u. a. von d. Umschulung der Museumsdirektoren, die Baudissin eingeleitet u. ein gewisser Hansen geleitet hat u. bei dessen erstem Vortrag der Ghettomaler Rembrandt ange- prangert wurde (d. h. anempfohlen, seine Bilder aus den Schauräumen wegzunehmen, was nach einem Ondit in Cassel auch geschehen sein soll). Robert Schmidt soll da- rauf hin in den Saal gerufen haben : Wer ist Hansen ? ! Und mit mehreren anderen, darunter Schenk von Schweinsberg abgegangen sein. Die meisten aber (unter ihnen Zimmermann) waren sitzen geblieben. Ich kann solche „Greuel“ ebenso wenig glau- ben wie daß Hunden, die von einem Nichtarier erworben wurden, d. Pedigree zu nehmen sei, während Pferde auch wenn sie in jüdischen Rennställen standen, weiter vollwertig blieben  …7 Abb. 48 : Leo Michelsen, Selbstporträt, 1921.
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Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
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