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Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
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232 Tagebuch 1938/1 gesehen, bei Buonarroti dann die merkwürdig auseinandergehenden Jugen[d]proben. Zum Ausfliegen war das Wetter zu windig u. kalt, so blieben wir sonntäglich Siesta haltend ein Stündchen zu bett, arbeiteten dann ein weiteres Stündchen u. suchten Georgis auf in d. Via Lorenzo il Magnifico 18, die noch heute nach fünf Jahren in d. Erinnerung an Anderl schwelgen. Von ihnen bekamen wir d. Adresse von Anderls Freund Pierre, den wir demnächst ausnützen wollen. Am Rückweg schauten wir zur kranken Santifaller hinauf, in deren kleinem Zimmerl ein Radio aufgestellt worden war, um das sich die übrigen Insassen d. Pensione scharten. Ob das f. d. fiebernde Santifaller das Richtige ist ? ! Morgen kommt Carlo Visani zu ihr, sie will doch wissen ob sie reisen kann  – soll.98 12. [April] früh Gestern war für uns ein Tag, der Hoffnung machte. Ein Telegr[amm] von Taylor- Worcester, daß sich etwas vielleicht im Smith College für nächstes Jahr machen las- sen wird. Ein Brief von Frau v. Winter, die meine Andeutung verstand u. auf sie einging. „Ich habe gestern von Ihrem Gatten ein Feuilleton über d. Marienburg im Tagblatt mit großem Vergnügen gelesen !“ Dieses Feuilleton lag seit 1927 im Tagblatt in d. Redaktion ! Als große Aktualität für d. Zeit d. Wahlpropag[anda] wurde es jetzt herausgeholt. In d. Uffizien haben wir mit dem Aufarbeiten angefangen. Im Institut hab ich mich mit Kriegbaum unterhalten, dann  – im Vorübergehen  – Graf Antoine Seilern begrüßt, dem Hans  – gerade jetzt  – Platten zum Nach-Wien-Mitnehmen ins Hotel bringt. Stoffel schreibt von einem kranken Finger, der geschnitten werden mußte u. ihn behindert. O[nkel] F[elix] mit Hanki auf Weekend gefahren. Nur ein paar Zeilen. Es muß doch ein Brief von ihm verloren gegangen sein.99 Abends. In der Marucelliana (wo wir heut arbeiten wollten) sind bis nach Ostern Reinigungs- arbeiten ; wir gingen zurück in d. Uffizien. Ein Brief von Dr Burg gab uns d. Auftrag, die Messerschmidtbüste für ihn zu besorgen. Wir taten das gleich nach Tisch, d. h. nach d. Nachmittagsuffizien (diesmal in d. Galerie) u. weil wir schon im Kaufen drin- nen waren, haben wir die Kreidezeichn[ung] auf Blau, die wir für einen frühen Corla oder späten Ercole de’ Roberti halten, um 300 L (für Burg) gekauft. Pierre Cornell, Anderls Freund aus Paris, holte uns im Institut ab. Er ist ein Dampfplauderer u. wir waren durch eine Karte Trudes nicht darauf gestimmt. Immerhin gingen auch diese Stunden vorrüber. Daß er mit so viel Herzlichkeit an Anderl denkt, macht ihn uns im vorhinein sympatisch. 14. [April] früh. Gestern war ein  – finanziell  – vielversprechender Tag, diesmal schon Greifbares. In d. Früh ein Brief vom Holbeinverlag, der uns eine à conto Rente auf unser Hono-
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Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
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