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Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Seite - 238 -
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238 Tagebuch 1938/1 22. [April] Die Tage laufen ! Heut kam Post von B[urgl] u. A[nderl]. Das tut immer wohl, wenn man d. Kontakt hat. Das Photo vom Wallensteinschen Horoskop ist gekommen u. sehr gut. Hoffentlich führts zu etwas. Clementi schickte ein Photo d. herzigen Or- tolanobildchens. Hans hatte erst Laufereien, dann Zahnarzt u. kam schließlich zu mir in d. Uffizien. (Ich hatte vorher das Geld bei Cit behoben). Nachtisch gingen wir neben verschiedenen Laufereien (darunter d. Bestätig[ung] unserer Unterschrift bei d. „deutschen Arbeitsfront“) ins Institut. Jetzt warten wir zuhaus auf Pierre, der sich seine mir geborgte noiseless Remington abholen kommen will.  –110 23. [April] Auch heute war ein guter Arbeits(vormit)tag ! Nachmittag mehr ausruhsam (Sabato fasciste). Hans war 3 x am Tag beim Zahnarzt, aber jetzt prangt er schon prächtig mit seiner Brücke. Wir haben von Giglioli u. dem guten Ristori Abschied genommen  – u. auch von Bodmer, der seine Photos abholen kam. Ich zeigte ihm meine Zusam- menstellung d. Nic[colo] dell’ Abbatezeich[nung]en (die Neuerwebung in London aus Burgs Klebeband, d. Jüngling den Wescher als Dosso u. d. Huhn, das Römer als Dürer publizierte). Er war mit allem einverstanden, datierte d. Jüngling in d. erste fran zös[ische] Zeit, was schon aus d. Kostüm kenntlich u. wußte, daß d. Vogel zu einer Gruppe von Abbates Tierz[eichnung]en in Stockholm gehörte. Auch d. […] aus Ren- nes (dort Veronesi) erkannte er an u. schließlich zahlte er noch 80 Lire für das ihm aus Wien zugeschickte „Wien“. Zuhause fanden wir d. Nachricht, daß Asta uns aus Venedig einen ganzen Band Z[eichnung]en geschickt habe, der Restaurator Markicz wollte sie in der Früh bringen, damit wir sie in Ruhe studieren könnten. Wir waren dann im Bargello u.  – mit der Santifallerin oben bei Mrs. Hartley. Hans brachte vom Zahnarzt d. Nachricht, daß Glasers  – plötzlich  – abgereist wären. Wir sind darüber etwas beunruhigt  …111 24. [April] Sonntag. Wir sind vor d. Nachtmahl u. haben gerade zur Hälfte gepackt. Die Post war läs- tig u. angenehm. Lästig  – daß d. Direkt[or] Sorrentino in Bologna schrieb, daß d. Mu s[eum] in Umstellung u. d. Z[eichnung]en nicht zu sehen ! Angenehm  – eine Einlad[un]g Marignanes in sein Haus im Süden für d. Spätsommer u. die Nach- richt vom Phaidon, daß der Verlag am 1. März in d. Hände Unwins übergegangen sei. Wir haben d. Z[eichnung]en Astas durchgesehen, das meiste ist nichts wert, aber einiges ist eine Kleinigkeit wert u. drei große Blätter, Kopien nach Jac[opo] u. Do[menico] Tintorettobildern im Dogenpalast halten wir für Arbeiten Tiepolos. Wir haben dann d. Reliefaufnahmen (Russels) mit d. Arbeiten in d. Casa Buonarotti ver- glichen, und wollen das morgen im Institut noch fortsetzen. Bei Giglio gegessen, dann langsam in d. Cascine hinausgeschlendert, auf einer Bank am Wasser gesessen
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Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
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