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Tagebuch 1938/1
Carlo Ludovico Ragghianti schloss sich dem antifaschistischen Widerstand an (Carlo Lu-
dovico Ragghianti, Fondazione Centro Studi sull’Arte Licia e Carlo Ludovico Ragghiani).
88 Der Archäologe Giglioli Odoardo Hillyer war in Rom Schüler Emanuel Löwys (TB 1924,
6.2.) gewesen.
Tietze/Tietze-Conrat 1944, Nr. 884, Palma Giovane, „Study by Palma Gio. , for one of the
apocalyptic horsemen in the Scuola of S. Giovanni Evangelista“.
„Graf Baudissin“
– tatsächlich hatte Baudissin am 22. März die Moderne Galerie im Belve-
dere sowie die Albertina besucht und im Hinblick auf die sogenannte „Verfallskunst“ über-
prüft. Monika Mayer zitiert in ihrem Aufsatz über die Geschehnisse in den Sammlungen
des Belvederes während der NS-Zeit aus Baudissins Gutachten vom 25.3.1938 „Die Mo-
derne Galerie ist bereits geschlossen worden. […] Ihre Bestände empfehle ich zu magazi-
nieren. Es ist damit zu rechnen, dass ein Teil dieser Bestände beschlagnahmt wird, so wie
dies im vorigen Jahr im engeren Deutschland schon planmäßig in sämtlichen Sammlungen
geschehen ist.“ (Mayer 2005, 65.)
89 Bambocciade – abgeleitet von bamboccio, ital. ‚Knirps‘ ; zuerst in Rom aufgrund seiner kör-
perlichen Gebrechen auf den niederländischen Maler Pieter van Lear (um 1595–1642)
angewandt ; bezeichnet die Darstellung volkstümlicher, derber, manchmal grotesker Szenen.
Dosso Dossi, Hexerei (Allegorie des Herkules), um 1535, Uffizien, Florenz.
Sammlung Santarelli, Uffizien, Florenz.
Galleria Palatina im Palazzo Pitti, Florenz, ehemals Privatsammlung der Medici, 16./17. Jh.
Nach dem Tod seiner Ehefrau im Jahr 1932 heiratete Glaser in zweiter Ehe Maria Milch.
90 Der Schwiegersohn Josefine von Winters, der Kunstgewerbler und Architekt Arnold Ne-
chansky, war am 25.3.1938 verstorben. „An der Hochschule für freie und angewandte Kunst
in Berlin erhielt Nechansky eine Professur, kehrte jedoch 1934, nach der Machtergreifung
der Nationalsozialisten, nach Wien zurück. Als auch hier die Truppen Hitlers einmarschiert
waren und er, politische Verfolgung fürchtend, keine Möglichkeit zur Emigration vor sich
sah, starb er an Herzversagen.“ (Bisanz 1980, 158 ; TB 1938/1, 15.2., 12.4.)
„Josephine von Winter wurde nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland von
ihrer Währinger Villa in ein Zwangsquartier im 2. Gemeindebezirk verbracht und starb im
Konzentrationslager Theresienstadt.“ (Rossbacher 2003, Anm. 4, 323.)
Impruneta – Gemeinde rund 17 km südlich der Stadt Florenz.
91 Der langjährige Herausgeber der Zeitschrift „Die graphischen Künste“, Arpád Weixlgärt-
ner, wurde 1938 wegen der jüdischen Herkunft seiner Frau Josefine, geb. Neutra, (1886–
1881), von seiner Stelle als Schatzmeister der Schatzkammer am Kunsthistorischen Mu-
seum enthoben.
Sievering, Teil des vorstädtischen 19. Wiener Gemeindebezirks, in dem Alfred Stix lebte
(TB 1923–1925, 1937/1). Unklar ist, ob Stix während der NS-Zeit ins Ausland geflüchtet
war oder sich in seinem Heim in Sievering von der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.
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Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
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- Titel
- Erica Tietze-Conrat
- Untertitel
- Tagebücher
- Band
- II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
- Herausgeber
- Alexandra Caruso
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79545-2
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 346
- Kategorie
- Biographien