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Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
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322 Tagebuch 1938/2 nem lustigen mit Deanna Durban. Den 26. haben wir schon bei sehr mäßigem Wetter in [… ] zugebracht. Wir hatten uns telegraphisch angemeldet, aber M. Marignane hatte d. Telegramm nicht erhalten, da er schon um 6h früh wegge- gangen war ! Gottseidank war Mme. Pa- tissou da u. machte statt seiner d. Hon- neurs. Das Örtchen ist so sehr Midi, daß man glaubt im tiefsten Italien zu sein. In einer schmalen Straße steht das Haus derer von Marignane, über 3 Geschossen Keller eine Rumpelkammer u. ein großer Schlaf-, Koch- Wohnraum, in dem sich alles abspielt. Das Stockwerk darüber ist jenes, das eben hergerichtet wird. Noch eine Hühnerstiege höher sind fünf wei- tere Räume, die wir nicht gesehen ha- ben, in denen jene Mitglieder d. Hauses schlafen, die noch mobil sind. Der Vater u. die Mutter sind es nicht. Der Vater ist 91 Jahre alt und hatte am Tag vor- her etwas wie ein Schlagerl*. Er ist fast blind, hört wohl auch wenig. Sitzt im Lehnstuhl, schaut freundlich, ist ganz still, reagiert aber auf Ansprache. Die Mutter ist nur ein wenig schwerhörig u. am Gehen behindert, sonst mit ihren 80 Jahren recht frisch im Kopf u. voll Interessen. Eine 75jährige Bonne gehört auch zur Familie. Der Enkel, ein etwas zurückgeblie- bener Jüngling von 17 Jahren, der auf Ferien da ist. Eine Freundin von Mme. Patis- sou aus Marseille. Nach fünf Uhr der heimgekehrte Monsieur Maurice Marignane, dessen Sammlerzeichen im Fagan steht, der Mann d. eine Geschichte d. Malerei auf Grund d. Wünschelrutenerfahrungen an Gemälden u. Z[eichnung]en in seinen Besitz schreibt  – Le Curé des Ortes. Wenn ich noch hinzufüge, daß Mme. Patissou Astro- logie treibt, so ist das Milieu charakterisiert, in dem wir diesen Tag uns aufhielten. Die Z[eichnung]en waren z[um] T[eil] interessant, aber das menschliche Erlebnis war interessanter  …37 Am Abend dann kam man uns in Carpentras im Hôtel zur Hitlerrede im Sport- palast holen, wir übersetzten sie d. anwesenden Gästen u. Hôtelpersonal  – u. hatten * Schlaganfall Abb. 91 : Burgl Tietze nach ihrer Flucht in Südfrankreich, 1938.
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Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
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