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Tagebuch 1938/2
Prof. Paul Clemen, Universität Bonn ; Prof. Julius v. Schlosser, Universität Wien ; Prof. Paul
[sic !] Saxl, Warburg Institute London ; Prof. Wilhelm Köhler, Universität Harvard ; Prof.
Borenius, Universität London“. Zu seinen Vermögensverhältnissen für die Jahre 1932–1933
gab HT an : „Pension 7000 österreichische Schilling, Universität : 1000 ÖS, ,literary work‘ :
4–5000 ÖS, ,House and other property‘ : 1–2000 ÖS.“ Dies zeigt anschaulich die Verteilung
der Einkünfte im Tietze’schen Haushalt. Seine Englischkenntnisse seien fließend, aber
nicht ausreichend für die „literary production“.
ETC bezeichnete sich im Antragsformular als „Privatgelehrte“ mit den Spezialgebieten :
„German and Italien Graphic Art and Drawings XVth and XVIth Centuries“. Referenzen
seien zu beziehen bei : „Prof. Paul Clemen, Universität Bonn ; Prof. Theodor Hetzer, Uni-
versität Leipzig ; Hofrat Dr. Anton Reichel, Albertina ; Prof. Fritz Saxl, Warburg Institute ;
Prof. Erwin Panofsky, Universität Princeton ; Mr. Arthur Hind, British Museum London.“
Zu den Einkommensverhältnissen gab sie an : „I never had any official position but was
supported by my husband whom on the other hand I helped by my own literary works
and by collaboration.“ Sprachkenntnisse : „Colloquial English fluently. Not sufficient for
scientific use.“ (Bodleian Library, Special Collections, MS. SPSL 193/53, Hans Tietze, fol.
277–282.)
Ab 1.6.1938 erhielten sie ein „Grant“ über 200 £ zum Verbrauch innerhalb von sieben
Monaten „in Italy or outside Austria in some other country approved by the Committee of
the Society“ (Bodleian Library, Special Collections, MS. SPSL 193/53, Hans Tietze, Walter
Adams an HT, 23.5.1938, fol. 299 ; siehe dazu TB 1938/2, 13.9.).
Aus Korrespondenzen im Archiv der SPSL wird ersichtlich, dass Tietzes das ihnen ge-
währte Stipendium bereits 1940 zum Großteil an die SPSL zurückzahlten, wobei sie den
Wunsch äußerten, es möge der in London unter elendsten Bedingungen lebenden Betty
Kurth (TB 1923, 19.10.; TB 1924, 6.2.; TB 1937/1, 21.4.) zugutekommen. „[…] under the
present circumstances I feel very strongly the duty of offering you that amount as a sign
of gratitude for what you did for me. […] It is only a modest suggestion when I beg you
to grant some help to Dr. Betty Kurth […]. She […] seems to be in utmost financial dif-
ficulties after her escape from Vienna last year.“ (Bodleian Library, Special Collections, MS.
SPSL 193/53, Hans Tietze, HT an SPSL, 15.6.1940, fol. 326 ; Vgl. dazu auch Feichtinger
2001a, 411.)
„Die österreichische Ausstellung bei der Biennale von 1938 fiel allerdings aus, da nach dem
,Anschluss‘ österreichische Künstler nur noch im deutschen Pavillon ausstellen konnten.“
(Fleck 2009, 113.)
Vermutlich ist der Kunsthändler und Sammler Ferruccio Asta gemeint (ein Hinweis zu
Ferruccio Asta : ders., British Museum).
Möglicherweise als erster Kunsthistoriker hatte HT bereits im Jahr 1917 auf Gefahren hin-
gewiesen, die das seit Beginn des 20. Jahrhunderts sich verbreitende „Expertierwesen“ mit
sich brächte (Tietze 1917). 1928 erörterte er die Frage erneut : „Der typische Sammler von
heute hat wahrscheinlich ebensoviel Freude an den Dingen wie seine Vorgänger, er ist häu-
fig nicht minder leidenschaftlich und ästhetisch beteiligt als sie, aber er hat weder die Zeit
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Erica Tietze-Conrat
Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
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- Titel
- Erica Tietze-Conrat
- Untertitel
- Tagebücher
- Band
- II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
- Herausgeber
- Alexandra Caruso
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79545-2
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 346
- Kategorie
- Biographien