Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Seite - 333 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 333 - in Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)

Bild der Seite - 333 -

Bild der Seite - 333 - in Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)

Text der Seite - 333 -

333 Tagebuch 1938/2 noch die umfassenden Kenntnisse, die damals als Teil der allgemeinen Bildung galten ; und weil er seine Leidenschaft in kurze Augenblicke konzentrieren muß, ist er angewiesen, si- cher zu gehen, sich auf Autoritäten zu stützen, die ihm gleichzeitig für seine unvergleichlich erheblichere Investition Sicherheit bieten. […] er fühlt sich gedeckter, wenn ein Fachmann von Rang und Namen verpflichtet ist, in dem Kunstwerk die von ihm erteilte Expertise zu verteidigen.“ (Tietze 1928a, 379–380.) 7 Zu HTs kulturpolitischen Aktivitäten siehe TB 1938/1. „Vickerl“  – Wienerisch, Koseform für „Viktor“  – wahrscheinlich eine Anspielung auf den Gründer der österreichischen Sozialdemokratischen Partei, Viktor Adler (1852–1918). Nach seiner Zeit im Bundesministerium hatte HT während einiger Jahre in verschiedenen Organen der österreichischen Sozialdemokratie publiziert. Ob er tatsächlich jemals auch Parteimitglied geworden ist, kann heute nicht mehr überprüft werden, da die entsprechen- den Parteiakten die antidemokratischen Regime nicht überdauert haben. In der Familie gibt es zu dieser Frage unterschiedliche Einschätzungen. Veronika („Vroni“), die jüngste Tochter von ETC und HT, war 1927 neunjährig an Hirn- hautentzündung verstorben ; zu Vroni Tietze siehe TB 1923–1926. 1938 fehlten Franz Reichsman zur Beendigung seines Medizinstudiums nur mehr zwei Prüfungen. Als er kurz nach dem Einmarsch der deutschen Truppen Verwandte in einer Wohnung in Wien aufsuchte, wurde er gemeinsam mit diesen von der Gestapo festgenom- men. Er verbrachte zwei Monate in Gestapo-Haft, bevor er mithilfe des jugoslawischen Botschafters seine Freilassung erwirken konnte. „Unsere Agenden einem Advokaten übergeben“  – der Versuch einer fingierten Arisierung des Wiener Hauses durch den Rechtsanwalt der Tietzes sowie einiger vertrauter „Schein- bewerber“ misslang, da die Kaufanwärter von den Behörden als politisch nicht vertrauens- würdig eingeschätzt wurden. Dass die Liegenschaft schließlich dennoch quasi in der Ver- fügungsgewalt der Familie verblieb, ist dem Umstand zu verdanken, dass Therese Kurzweil als langjähriger „arischer“ Haushälterin ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt worden war (ÖStA, AdR, BMF, 06, VVSt, Liegenschaft 5479, K468). Nach dem Krieg übertrugen die Eltern das Haus ihrer Tochter Burgl, die als Einzige gewillt war, nach Wien zurückzukehren. 8 Biblioteca Marciana (Markus-Bibliothek), Venedig. Torcello  – Insel im nördlichen, und Chioggia  – Stadt im südlichen Teil der Lagune von Venedig. Die Bemerkung „Franz ist endlich frei geworden, aber erst 14“ bleibt rätselhaft, möglicher- weise handelt es sich um eine Fehlstelle. Maja Slotta, geb. Fraenkel, Tochter von ETCs Schwester Lili, war mit Ehemann, ihrer kleinen Tochter Sabine und den Eltern bereits 1933 von Breslau nach São Paulo, Brasilien, emigriert. Trude Tietze hielt sich noch in Wien auf (TB 1938/2, 3.8., 19.8.).
zurück zum  Buch Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)"
Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Erica Tietze-Conrat