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Existentialismus in Österreich - Kultureller Transfer und literarische Resonanz
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befreien zu lassen)–dasheißt,wasauch seineLage seinmag, er kann seinenAusbruch entwerfenund sich selbst über denWert seines Entwurfs durch einenHandlungsbeginn unterrichten.112 (Ainsi nedirons-nouspasqu’uncaptif est toujours librede sortir deprison, ce qui serait absurde, […]mais qu’il est toujours libre de chercher à s’évader (ou à se faire libérer)– c’est-à-direquequellequesoit sacondition, ilpeutpro-jeter sonévasionet s’apprendreà lui-mêmelavaleurdesonprojetparundébutd’action.)113 Im Besatzungs-Rahmen greift Sartre zu dem extremen Beispiel, dass sich ein Gefolterter und in seinemLebenBedrohter nochgegendenVerrat entscheiden könne, es sei dies die Grenze seiner Freiheit selbst, seine Widerstandskraft gegenFolter undTod („c’est la limitemêmede sa liberté, c’est sonpouvoir de résistance aux supplices et à la mort“114). Diese Idee lässt ebenso Kritik laut werden wie folgende damit verknüpfte, von Sartre später selbst verworfene Überlegung: Niemalswarenwir freieralsunterderdeutschenBesatzung.WirhattenallunsereRechte verloren und in erster Linie das Recht zu sprechen; […]. Exil, Gefangenschaft und vor allemderTod,denman inglücklichenZeitengeschicktkaschiert,machtenwir zuständi- genGegenständenunsererSorgen,wir lernten,daßdaskeineunvermeidbarenUnfälle, ja nicht einmal dauernde, aber äußere Bedrohungen sind: es galt, darin unser Los, unser Schicksal,die tiefeQuelleunserermenschlichenRealitätzusehen115. (Jamaisnousn’avonsétéplus libresquesous l’occupationallemande.Nousavionsperdu tousnosdroits et d’abord celui deparler […]. L’exil, la captivité, lamort surtout que l’on masquehabituellementdans les époquesheureuses, nous en faisions les objets perpétu- els de nos soucis, nous apprenions que ce ne sont pas des accidents évitables, nimême desmenaces constantes et extérieures, mais qu’il faut y voir notre lot, notre destin, la sourceprofondedenotre réalitéd’hommes.)116 112 Sartre:DasSeinunddasNichts,S.837. 113 Sartre:L’Êtreet leNéant,S. 529. 114 Sartre:Sartre,S. 73. 115 Jean-PaulSartre:DieRepublikdesSchweigens. In:Sartre:ParisunterderBesatzung.Arti- kel,Reportagen,Aufsätze1944–1945.Hg.,übersetztundmiteinemNachwortvonHannsGrös- sel. (GesammelteWerke inEinzelausgaben,PolitischeSchriften 1.)Reinbek1985 [1980],S. 37– 38,hierS.37. 116 Sartre: LaRépubliqueduSilence, S. 11f. ZumThemenkomplexFolterundFreiheit cf. Sar- tre:Qu’est-ceque la littérature,S. 217–221. InspäterenJahren,so imNewLeftReview-Interview vomNovember–Dezember 1969 (Nr. 58, ItineraryofaThought. Interviewwith Jean-PaulSartre [by P.A., R. F., Q.H.], S. 43–66), blickt Sartre „truly scandalized“ (S. 44) auf dieAussage zu- rück,esgebe immereineWahl,undderMenschseiunterallenUmständenfrei, sichalsVerrä- ter oder Held, Feigling oder Sieger zuwählen und damit auch eineWelt, in der derMensch freioderversklavt sei („dumêmecoupunmondeoù l’hommeest libreouesclave“). Jean-Paul 40 3 GrundlagenundGründungsmythen
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Existentialismus in Österreich Kultureller Transfer und literarische Resonanz
Titel
Existentialismus in Österreich
Untertitel
Kultureller Transfer und literarische Resonanz
Autor
Juliane Werner
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-068306-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
378
Kategorie
Kunst und Kultur
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