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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 lichkeit,dassessichbeiderÄnderungumeintatsächlichesSignalundnichtum einvergänglichesAbbildnatürlicherVariabilität handelt. Bisher lassen sich (vorsichtige) Aussagen über direkte Trends lediglich für flächigeStarkniederschläge treffen,derenräumlicheundzeitlicheAusdehnung großgenugfüreinehinreichendguteRepräsentationdurchStationsmessungen oder gegittertemeteorologischeReanalysefelder ist und auch realistischePro- jektionen durch Klimamodelle erlaubt. Für konvektive Phänomene ist man hingegenauf indirekteMethodenangewiesen. 7.5.1 Starkregen Der bestehende Erkenntnisstand zu Starkniederschlägen in Europawurde im Fifth Assessment Report des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zusammengefasst. Es besteht ein hohes Vertrauen, dass Starknieder- schlägeindenletztenJahrzehnteninvielenTeilenEuropaszugenommenhaben, wenn auchmit regionalen Abweichungen (Hartmann et al., 2013). InMittel- europa zeigten Auswertungen des 95. Perzentils von Tagesniederschlägen in langen Stationszeitreihen über das 20. Jahrhundert öfter positive als negative Trends, allerdings räumlich und saisonal uneinheitlich und überwiegend sta- tistischnicht signifikant (FreiundSchär, 2001;SchmidliundFrei, 2005;Zolina et al., 2008; Villarini et al., 2010). In der Schweiz wurden diese Trends bei AusweitungaufdenZeitraum1901–2014allerdingsimmeröfterpositiv(>90% allerStationen)odersogarsignifikantpositiv(>30%allerStationen),vorallem durch eine sprunghafte Zunahme um 1980 herum und ein anschließendes Einpendelnauf einneues, höheresNiveau (Scherreret al., 2016). Betrachtet man Flächenmittel des 24-stündigen Niederschlages, so nahm dessen 95.Perzentil imGebiet vonTschechienunddemOstenÖsterreichs im Zeitraum1961–2015statistischsignifikantum21%zu.ImbenachbartenGebiet imNordstauderAlpenvonSüdbayernundOberösterreichwardieZunahmemit 7%deutlich schwächerundauchstatistischnicht signifikant (Hofstätter et al., 2018).DiesesunterschiedlicheVerhalten selbst inbenachbartenGebieten lässt sich auf denEinfluss der verschiedenenZugbahntypenvonTiefdruckgebieten innerhalbMitteleuropas zurückführen.Während inWestdeutschlandwinterli- cheAtlantiktiefsrelevantsind,bestimmenamAlpenostrandvorallemVb-Tiefs das Starkniederschlagsrisiko. Damit ist die räumlich-zeitliche Kohärenz von großflächigen Starkniederschlägen innerhalbMitteleuropas schwach (Hofstät- ter et al., 2018). Die durchschnittliche jährlicheHäufigkeit vonVb-Zugbahnen hat imZeit- raum1959–2015 statistisch signifikant von 12Ereignissenum1960 auf 10Er- eignisse heute abgenommen.DerGroßteil dieserÄnderung ist jedoch auf die StarkniederschlagundHagel154 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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