Seite - 155 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
hoheAnzahl vonwinterlichenVb-Tiefs in den1960er Jahren zurückzuführen.
Die Häufigkeit von sommerlichen Vb-Tiefs ist relativ konstant geblieben
(Hofstätter und Blöschl, 2019). Atlantik-Tiefs weisen im Zeitraum 1948–2012
keinesignifikanteÄnderungderHäufigkeitauf,befindensichaktuellallerdings
ebenfalls auf einemrelativniedrigenNiveau (Hofstätter et al., 2015).
SimulationenmitglobalenKlimamodellen fürdiePeriode2071–2100 lassen
über alle Saisoneneine leicht abnehmendeHäufigkeit von starkniederschlags-
relevanten Tiefdruckgebieten im Alpenraum um 5–15% erkennen, hingegen
eine Zunahme der 24-stündigen Niederschlagssummen bei Vb-Tiefs um 15–
20%imVergleichzu1971–2000(Nissenetal.,2013;Hofstätteretal.,2015).Die
Niederschlagszunahme lässt sich hauptsächlich durch das höhere Feuchtean-
gebot ineinemwärmerenKlimaerklären(Brönnimannetal.,2018).Speziell im
FallvonVb-TiefsspieltdieWassertemperaturdesMittelmeersdabeieinegroße
Rolle (Volosciuket al., 2016;Messmeret al., 2017).
DirekteTrends fürkonvektivenStarkregenkonntenbisherkaumuntersucht
werden.Die räumlicheAuflösung konventionellerMessnetze ist zu gering für
eine repräsentative Erfassung konvektiverWetterereignisse (Hartmann et al.,
2013;Martiusetal.,2018).AuchdiezeitlicheAuflösungisterstseitdemBeginn
automatischerNiederschlagsmessungen ausreichend fein. InÖsterreichdatie-
ren die längsten Zeitreihen automatischer Stationen bis in die späten 1980er
Jahre zurück. Sie decken inzwischen also knapp einen 30-jährigen Zeitraum,
abernichtdie aktuelleKlimanormalperiode (1981–2010) ab.ErsteAuswertun-
gendieserMessungenaufStundenbasis zeigteneinehohe jährlicheVariabilität
undlediglichschwache,uneinheitlicheundstatistischnichtsignifikanteTrends
(Lexeret al., 2017).
Darüberhinaus istman fürdieAbschätzungvonTrendskonvektiverEreig-
nisse auf indirekteMethodenangewiesen. SolcheMethodenwurdenbisher al-
lerdings hauptsächlich aufHagel und nicht auf konvektiven Starkregen ange-
wandt. Siewerdendaher imfolgendenUnterabschnitt erklärt.
7.5.2 Hagel
Hagelwird nicht systematischmitmeteorologischen Instrumenten gemessen.
Nur inwenigenGebieten, etwadenUmfeldernvonKremsundGraz inÖster-
reich sowie inFriaul und imTrentino in Italien, existierenNetzwerke vonHa-
gelplatten inGebieten intensiver landwirtschaftlicherNutzung,mit denendas
AuftretenunddieGrößevonHageldirektundmithoherräumlicherAuflösung
nachgewiesenwerdenkönnen.DiebishereinzigeAuswertungvonHagelplatten
füreineausreichendlangePeriodeimAlpenraumzeigteeineleichtabnehmende
Anzahl anHagelereignissen, aber eine leichte ZunahmederHagelkorngrößen
VergangeneundzukünftigeTrends 155
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute