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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 kompensieren sollen, wobei diese Zunahme im ausgehenden 21. Jahrhundert immeröfterstatistischsignifikantwerdensoll (Marshetal.,2009;Sander,2011; Pfflcˇiket al., 2017). 7.6 DiskussionundaktuelleForschungsfragen DieErwärmung imZugedesKlimawandelsbetrifft diePolargebietewesentlich stärker als die Tropen, da die Ausaperung vormals schnee- und eisbedeckter FlächenausgeprägtepositiveRückkopplungenerzeugt.Der verringerteglobale Temperaturgegensatz schwächt den Jetstream im Mittel ab. Dafür wird die Luftschichtung bei einem höheren Temperaturniveau tendenziell instabiler (sieheKapitel 7.3.1). Sowohl für Tiefdruckgebietemit flächigen Starkregen als auch fürGewittermit kleinräumigenStarkregenundHagelwerdendiebeiden grundlegendenSteuerungsmechanismenalsogegenläufig sein. WelcherdieserbeidenEffekteüberwiegenwird,istnichtvonVornhereinklar. In den bisherigen Studien für Mitteleuropa herrscht allerdings weitgehender Konsens, dass der Einfluss weniger stabiler Luftschichtungen gegenüber dem EinflussabnehmenderHöhenwindeüberwiegenwird.Tiefdruckgebietewerden alsoimMittelnichtunbedingthäufigerundstärkerwerden,aberdann,wennsie auftreten, mehr Niederschläge bringen (Messmer et al., 2015). Insbesondere begünstigt ein schwächerer Jetstream auch öfter »stehende«Wetterlagenmit ortsfestenDruckgebilden, die sowohl Trockenheit als auchHochwässer insge- samt wahrscheinlicher machen. Gewitter werden häufiger und ebenfalls nie- derschlagsreicher, aber tendenziell weniger gut organisiert sein als bisher. Da einepositiveAbhängigkeitkonvektiverStarkregenvonvertikalerWindscherung fraglicher – und sehr wahrscheinlich schwächer – ist als fürHagel oder kon- vektive Sturmböen, lässt sich zumindest spekulieren, dass Starkregen noch mehralsbisherzumdominantenRisikobeiGewitternwerdenwird(Kirnbauer et al., 2016). Auchwenn sich viele der beobachteten Trends also physikalisch plausibel erklären lassen,sinddiebetrachtetenZeiträumeallerdingsoftnochzukurz für eine Beurteilung, ob sie sich tatsächlich bereits als ein Fenster in einen zu- künftigenKlima-Alltag interpretieren lassenodernocheinResultatnatürlicher Variabilität sind. Auch eine Einbettung in einenKontext verschobener Zirku- lationsmusteroder veränderterWetterlagen, etwa einer seit den1950er Jahren beobachtetenpolwärtigenVerschiebung dermittleren Position des Jetstreams undassoziierterZugbahnenatlantischerZyklonen (Hartmannet al., 2013), ist nochausständig. Einweiterer zu erwartender Effekt desKlimawandels ist eineVerschiebung der Saisonalität vonNiederschlägen. Eine Temperaturerhöhung um ein Grad DiskussionundaktuelleForschungsfragen 157 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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