Seite - 158 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
entspricht in denÜbergangsjahreszeiten einer Verschiebung von etwa einer
Woche. Die globale Erwärmung dürfte also sowohl die Saison sommerlicher,
besonders niederschlagsreicher Tiefdruckgebiete als auch von Gewittern im
Mittel nach vorne undhinten verlängern (Beniston, 2006; Brönnimann et al.,
2018). Vor diesemHintergrund kann etwa das beispiellos früheAuftreten ex-
tremerGewitterregenam16.April 2018 imRaumGrazundLeibnitz kaumals
reiner Zufall betrachtet werden: schließlichwaren sowohl dieser Tag (+6,0K
Abweichung zum Klimamittel) als auch der ganze Kalendermonat (+4,8K
Abweichung) temperaturmäßigumetwa fünfWochender Jahreszeit voraus.
GenerellistdieUntersuchungvonUnwetterrisiken,insbesonderekonvektiver
Phänomene,vordemHintergrunddesKlimawandelsnocheinsehrjungesFeld,
dassichgeradeerstintensiventfaltet.IndenfolgendenUnterabschnittenwerden
einigeHerausforderungen fürdienächsten Jahreandiskutiert.
7.6.1 WeiterführungundAusbauvonMesssystemen
Für robuste Aussagen überVeränderungen derHäufigkeit und Intensität von
Wetter- und Klimaphänomenen sind lange und homogene Zeitreihen von
30Jahren undmehr nötig. Diese Voraussetzungen sind für flächige Starkre-
genereignisse, die sichhinreichendgutmitWetterstationsnetzen abbilden las-
sen, dank der Erhaltung und Homogenisierung langjähriger Messreihen gut
erfüllt.DieweitereErhaltungundPflegedieses Stationsnetzes ist daher essen-
tiell.
Für eine vollständige Abbildung konvektiver Niederschläge reicht die Auf-
lösung herkömmlicherWetterstationsnetze oder gegitterter Reanalyse-Daten-
sätze nicht aus. Für wissenschaftliche Fragestellungen können feinmaschige
Messnetze in begrenzten Zielgebieten eine Lösungmit vertretbaremKosten-
aufwand sein, etwadasWegenerNet imRaumFeldbach inder Steiermark, das
seit2007vomWegenerCenterderUniversitätGrazbetriebenwirdundinseiner
Dichte von einer Station pro 2km2weltweit einmalig ist (Kirchengast et al.,
2014).DasWegenerNetwurde vor allem für eineValidierung von zukünftigen
hochauflösenden Klimamodellen, Downscaling-Verfahren und Radardaten
konzipiert. Die Stationsdaten verbesserten auch das Verständnis, wie weit
konvektiveNiederschlagsspitzen räumlich ausstrahlen (Schroeer et al., 2018).
RadardatenvermittelneininderFlächevollständigesBildüberdasAuftreten
konvektiver Niederschläge, sind allerdingsmit erheblichen quantitativenUn-
sicherheitenbehaftet. IneinemalpingeprägtenLandwieÖsterreichkommtdie
begrenzteReichweitederRadarstrahlennocherschwerendhinzu. International
geht der Trend inRichtung eines dichterenMessnetzes kleinerer Radargeräte,
die in einem kurzwelligeren Frequenzbereich operieren und nur begrenzte
StarkniederschlagundHagel158
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute