Seite - 160 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
tungsgrad von Smartphones mit Kamera, Internetzugang und GPS-Ortung
sowie dem steigenden Bestreben nationaler Wetterdienste, vor den Auswir-
kungen vonUnwettern statt vorUnwettern an sich zuwarnen, also auchVul-
nerabilität undExpositionmit einzuschließen (»what theweatherwill do« an-
stelle von »what theweatherwill be«;WMO, 2015). Trotz der stetigenWeiter-
entwicklung von Messinstrumenten und Fernerkundungsverfahren sind
Beobachter vorOrtnoch immerunerlässlich für eine zweifelsfreieBestätigung
desAuftretensundvor allemderAuswirkungeneinesbestimmtenWetterphä-
nomens.DerAnteildernationalenWetterdienste,die fürdiesenZweckoffiziell
mit Netzwerken ehrenamtlicherWettermelder kooperieren, nahm im letzten
Jahrzehnt inEuropavonunter 20%auf 58%zu (Krennert et al., 2018b).Un-
terstützt wurde diese Entwicklung auch vom zunehmend partizipativen Cha-
rakter des Internets, derdieVerbreitungvon Information erleichterte undbe-
schleunigte (Pistotniket al., 2017;Krennert et al., 2018b).
GeradedieWetterdiensteder SchweizundÖsterreichsnehmenhierVorrei-
terrollenein.So inkludierteinevonderMeteoSchweizentwickelteWetter-App,
diebisMitte2015bereitsvonmehralseinemDrittelderSchweizerBevölkerung
heruntergeladenwurde, eineMöglichkeit zurMeldungvonHagel. Selbstwenn
nureinBruchteilderNutzeraktivdavonGebrauchnimmt, lässtsichdamiteine
Fülle anHagelmeldungenerhalten (Trefalt et al., 2018). InÖsterreichbautedie
ZAMG das europaweit fortschrittlichste System für Echtzeit-Meldungen von
Wetter- und Unwetterphänomenen auf, indem ehrenamtliche Melder zu be-
glaubigten Beobachtern (»Trusted Spotters«) geschult werden und ihre Mel-
dungeneinehöhereQualitätsflaggeerhalten,dieeinesofortigeVerarbeitungfür
zeitkritischeUnwetterwarnungenermöglicht (Krennert et al., 2018a).
ObwohldasEinbindenderÖffentlichkeitvorallemvonderWettervorhersage
getrieben wird, gewinnen wir dadurch auch verbesserte klimatologische Ab-
schätzungen des Risikos von Starkregen oderHagel. Einerseits können damit
Proxy-Methodenbesser kalibriertwerden, andererseits helfen sie längerfristig
fürdenAufbaumöglichstvollständigerDatenbankenvonEreignissen.Inwieweit
sich dieser noch junge und innovative Ansatz breitenwirksammachen lässt,
werdenerstdienächsten Jahrezeigen.
7.6.3 RekonstruktionhistorischerUnwetterundVergleichmitheutigen
Ereignissen
Die Aufarbeitung vergangener Unwetter wird durch die fortschreitendeDigi-
talisierung erhaltener historischer Zeitungsberichte und anderer Dokumente
erleichtert.IneinemPilotversuchanderZAMGwurdenMeldungenkonvektiver
Unwetter im deutschsprachigen Alpenraum aus den diesbezüglich herausra-
StarkniederschlagundHagel160
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute