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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 ratur-, Feuchte-undWindverhältnissedurchGebirgeaufdieOrganisationund Heftigkeit vonGewitternauswirken, ist nochausständig. SomagesetwaaufdenerstenBlickverblüffen,dasskonvektiveNiederschläge –imGegensatzzuflächigen–eheraufderwindabgewandtenSeitevonGebirgen konzentriert sind (Bertram und Mayr, 2004). Insbesondere bilden sich die heftigsten und langlebigstenGewitter bei Süd- bis Südwestwetterlagen bevor- zugtanderAlpennordseite(soauchbeidenlangenHagelzügenausTabelle02), hingegenbeiWest-bisNordwestwetterlagenanderAlpensüdseite.Dabei treten imAlpenvorland auch erstaunlich viele Hagelschläge unter bei großräumiger Betrachtung nur unauffällig schwachenHöhenwinden auf.Wahrscheinlich er- höhenthermischeWindsystemevondenVorländernzudenGebirgen(»Alpines Pumpen«;Winkler et al., 2006) systematisch die vertikaleWindscherung und damit denOrganisationsgradvonGewittern,wennsiedemHöhenwindentge- gengesetzt sind. Diemögliche Schlüsselrolle dieses Prozesseswurde jüngst in zweiFallstudienherausgearbeitet (Scheffknechtetal.,2017;Trefaltetal.,2018). Eine systematischeUntersuchung fehlt allerdingsnochunderscheint hier ent- scheidend, um die regional gefährlichsten Wettersituationen noch besser identifizierenund ihr zukünftigesAuftretenabschätzenzukönnen. 7.7 SchlussfolgerungenundHandlungsempfehlungen Starkregen und Hagel gehören zu den gefährlichstenWetterphänomenen in Österreich. Unser Erkenntnisstand und physikalischeArgumentationen legen einenweiterenAnstiegdieserRisiken imZugeder globalenErwärmungnahe. UnterdemEinfluss von imMittelwärmerer, feuchterer undweniger stabil ge- schichteter Luft werden wahrscheinlich sowohl flächige als auch konvektive Starkniederschläge häufiger werden. Eine gleichzeitigemittlere Abnahme der Winde in der oberenTroposphäre könnte denAnstieg desHagelrisikos etwas dämpfen, wenn auch nach bisherigen Erkenntnissen nicht ganz wettmachen. Die genannten Phänomene kündigen sichmeist erst wenige Tage, im Falle konvektiver Ereignisse erst Stunden oder gar Minuten imVoraus an. Dieser Umstand beschränkt naturgemäß die Planbarkeit vonMaßnahmen zur Scha- densminimierung.Essentiell dafür sindUnwetterwarnungen,die imAnlassfall einen Zustand erhöhterWachsamkeit unter Einsatzkräften undpotenziell be- troffener Bevölkerung herstellen und damit wenigstens kurzfristig noch eine bestmöglicheSicherunggefährdetermateriellerWerteoderPersonenrettungen ermöglichen. Die expliziteAusgabe vonUnwetterwarnungen andieÖffentlichkeit wurde anderZAMGvor 15 Jahren gestartet. Seither haben sich die räumlicheDiffe- renzierung,VerlässlichkeitundGenauigkeitderWarnungendurchfeinereMess- StarkniederschlagundHagel164 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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