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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
dengemessenwurden.AlsEreignisseausgenommensind»Hochwasserentlang
von (größeren) Flüssen undÜberflutungen aufgrund einer Kombination von
Tauwetter und Regen« (ESWD, 2014; ZAMG, 2014). Als Starkregenkriterium
wird das vereinfachte dauerstufenabhängige Kriterium nach Wussow bei
Dauerstufengrößer30Minutenherangezogen(>25mmbei30min;>35mm
bei1h;>85mmin6h).Alternativ (nicht inESWDDefinitionenthalten)wird
dasWussow(1922)KriteriumauchfürNiederschlagsdauernkleiner30Minuten
angewandtwobei fürDauerstufenüber 30mindie Formelnnach Schimpf an-
gewandtwerdenkönnen(Gao, 2000;Fürst, 2012;Krügeret al. 2015).
11.1.1.2 EinteilungnachderAbflusskonzentrationbzw.derArtder
Überflutungsprozesses
Bernet et al. (2017) beschreiben den Begriff »Flash Flood« (Sturzflut) als ur-
sprünglich nur bei fluvialen Ereignissen gebräuchlich. Es wird auf die
deutschsprachigeLiteraturunddiedortigeVerwendungdesBegriffs»Sturzflut«
verwiesen, der auchoft pluvialeEreignisseumfasst.Ähnlich sind inder engli-
schen Literatur auch Quellen zu finden, welche Begrifflichkeiten wie »Urban
flash flood« oder »Pluvial Flash Flood« verwenden und damit schnell abflie-
ßendeoberflächlicheAbflüsse, imurbanenund/oder ländlichenBereichenbe-
schreiben (Gourleyet al., 2010;ArcherundFowler, 2018).
Grundsätzlichwerden natürliche Ereignisse in pluviale und fluvialeÜber-
flutung unterschieden. PluvialeÜberflutungen bezeichnen dabeiÜberflutun-
gen, die abseits und ohne Beitrag von (ständig wasserführenden) Gerinnen
entstehen (ÖROK, 2017). Dem gegenüber stehen fluviale Hochwässer, welche
ausGewässernheraus entstehen,wenndiese hydraulischüberlastet sind. Eine
sinnvollere Einteilungsmöglichkeit derÜberflutungsarten ist inAbbildung01
dargestellt.EineeindeutigeundklareAbgrenzungderbeidenMechanismen ist
in der Praxis jedoch invielen Fällen nichtmöglich, insbesonderewennkleine
Gräben, nicht ständigwasserführendeGerinne oderKanalisationsanlagenmit
betroffen sind. In der Literatur finden sich auch leicht unterschiedliche Be-
grifflichkeiten umdie verschiedenenÜberflutungsprozesse zu unterscheiden.
NachFalconeret al. (2009)wirdpluvialesHochwasseralsniederschlagindu-
zierteÜberflutungdefiniert nochbevordasWasser inBächen, Flüssen,Kana-
lisationsanlagen etc. abfließt unddeckt sich begrifflichmit der »Guidance for
Reporting under the FloodsDirective (2007/60/EC)« (EuropeanCommission,
2013).AlsÜberbegriffzurpluvialenÜberflutungwird»SurfaceWaterFlooding
(SWF)« –Überflutung durchOberflächenwasser genutzt. Dabei werden auch
Überflutungen durchWasser aus kleinen Gerinnen, Ableitungen und Kanal-
systemenmiteingeschlossen (Falconeret al., 2009;Bernet, 2017; Jenkins et al.,
2017). Implizitwerdendabei ausschließlichniederschlagsinduzierteEreignisse
Definition/Terminologie 251
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute