Seite - 258 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
flutungsflächen und/oder Wasserstände zur Ereignisbeschreibung nutzbar
(ArcherundFowler, 2018).
EineModellierungderOberflächenwässerkannderzeit als einzigeMöglich-
keit gesehenwerden, Bemessungsszenarien abzubilden, wobei (a) die zu ver-
wendenden Niederschlagsdaten (Jährlichkeiten von Bemessungswerten) und
(b) anzuwendenden Randbedingungen (Bodeneigenschaften, Landnutzungs-
szenarien,Vorbedingung, etc.) derzeit nicht einheitlich definiert sind.Die zur
Verfügung stehendenDatenundModellierungsoptionenwerden in dennach-
folgendenAbschnittenvorgestellt.
11.2.2.1 Wildbachereignisse
ImWildbachbereich können zwar Abflüsse einemGebietsauslass zugeordnet
werden, imUnterschied zu Flusshochwässern sind jedoch Abflussmessungen
beiExtremereignissenmeistnichtmöglich.SindalsostatistischeVerfahrenzur
BestimmungeinesBemessungsabflussesnichtmöglichbzw.aussagekräftig,was
imWildbachbereich der Regelfall ist, so kommenRegionalisierungsverfahren
bzw. unterstützende NA-Modelle zur Anwendung. In der Praxis liefern aller-
dingsstatistischeunddeterministischeMethodenfürdasgleicheEinzugsgebiet
nicht immer konsistente Ergebnisse. Rogger et al. (2011) verglichen in einer
StudieHQ100-Werte für zehn alpineEinzugsgebiete inTirol.DabeiwurdenEr-
gebnisse aus (i) einem ereignisbasiertenModell mit jenen aus einer kontinu-
ierlichenWasserhaushaltmodellierung (Langzeitsimulation)gegenübergestellt.
Beim ereignisbasierten Ansatz spielt vor allem dieWahl des verendetenNie-
derschlagsalsEingangsgrößeeineentscheidendeRolle,wobei inÖsterreichdie
VerwendungvonBemessungsniederschlägemitFlächenabminderungmeist als
zuplausiblenErgebnissenführendangesehenwird.DieErgebnissederLangzeit
Simulationenzeigenandererseits, dass es inbestimmtenFällenzueinenKnick
inderHochwasser-Wahrscheinlichkeitsverteilungkommenkann.Die einfache
Hochwasserstatistik erfasst diesen Effekt nicht. Die alleinige Anwendung der
Hochwasserstatistik kann in diesen Fällen zu einerUnterschätzung desHQ100
führen. ImLeitfaden zur FestlegungundHarmonisierung vonBemessungser-
eignissendesBMNT(BMLFUW, 2010)wird eine prozessorientierteHarmoni-
sierung ausgehend vomReinwasserprozessmit einer bestimmten Jährlichkeit
(z.B. HQ100) mit einem mehr oder weniger kontinuierlichenÜbergang (im
Längsschnitt eines Einzugsgebietes betrachtet) zu den klassischenWildbach-
prozessenmiteinerprozessbedingt erhöhtenUnsicherheit (z.B. 150-jährliches
Szenario) angestrebt.
Sturzfluten258
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute