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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 zwischen Sedimenteintrag und Transportkapazität kommen kann. Dies sind Gewässerabschnitte mit verhältnismäßig geringer Transportkapazität (lokale Flachabschnitte, aufgeweitete Gewässerabschnitte, Bereichemit Rückstau auf- grund vonAbflusshindernissenwie z.B. verklausten Brücken) undGewässer- strecken imNahbereich großer und imEreignisfallmobilisierbarer Sediment- quellen (lateraler Eintrag aus hochreichenden, labilen Einhängen oder aus steilenZubringern). GefahrenintensitätundAusdehungdesvomProzessbetroffenenRaumessind stark vonden lokalenbis regionalenGegebenheitenundmöglichenFolgepro- zessen abhängig. Diese umfassen geringfügige Überbordungen (Wasser, Schwebstoff) bis hin zumassivenÜbersarungendes angrenzendenVorlandes (Wasser, Geschiebe, Schwebstoff, eventuell Wildholz). Ein Zusammenhang zwischen der Intensität desHochwassers (vgl. Beitrag 10 zuHochwasser) und jenerdieses Prozessmusters (Abbildung02, links) ist nicht zwingendgegeben. Extremereignissemit diesemProzessmuster sindhäufig einResultat einer un- günstigenKombination aus ggf. unabhängigenTeilereignissen. Sie sind daher nurschwer inFormvonJährlichkeitenzuquantifizieren,könnenaber imSinne einerSzenarienbetrachtungbeschriebenwerden. 12.3.3 Tiefenerosion infolgeSedimentdefizit LokaleundabschnittsweiseErosionderGewässersohlekannsich inGewässer- abschnitten einstellen, in denen der Sedimenteintrag (von flussaufwärts oder lateralen Sedimentquellen) erheblich geringer ist als die Transportkapazität. Dies können Abschnitte mit hoher Transportkapazität (z.B. regulierte Ge- wässerstrecken, natürliche Steilstrecken) und Bereichemit sehr geringem Se- dimenteintrag(z.B.unterhalb technischerMaßnahmenzumSedimentrückhalt oder in Gewässerstrecken unterhalb von Stauhaltungen zur Wasserkraftnut- zung) sein. Tiefenerosion findet vorwiegend in Gewässern im Lockermaterial statt. Sohleintiefungen können die Stabilität angrenzender Böschungen (Unterspü- lung) und die Standsicherheit von Bauwerken (z.B. Fundamente von Brü- ckenpfeilern,Ufermauern) gefährden.Langfristig kanndamit auchdieAbsen- kungdesGrundwasserspiegels einhergehen. Beim Prozessmuster Tiefenerosion werden durch die Begriffe »Sohldurch- schlag«und»Kolkbildung« zwei Sonderfälle beschrieben.Der Sohldurchschlag beschreibt den Fall, in dem sich das Gewässer bis unter sein historisches Flussbett eintieftunddarunter feines, sehr leichterodierbaresSediment (Tone, Schluffe) ansteht.Der Fluss gräbt sich sodann raschund tief in diese erosiven Sedimente ein. InÖsterreich ist ein Sohldurchschlag an der Salzach bekannt. Ausprägungvon fluviatilenFeststoffgefahrenprozessen 295 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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