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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 vom22.aufden23.August2005zueinerextremenHochwassersituationinden nördlichenVor-undZentralalpen.Als »extrem«kanndie Situationbezeichnet werden, weil mehrere die Hochwasserentstehung begünstigende Faktoren gleichzeitig eintraten: die Vorfüllung der Bodenspeicher in denMonaten Juli und August, die Ereignisdauer mit ununterbrochen hohen Intensitäten von mehr als 10mm/h übermehrere Stunden, die flächendeckendeÜberregnung großer Einzugsgebiete unddie Lage derNull-Grad-Grenze oberhalb von etwa 3.000m ü.A. (BMLFUW, 2006). Hinsichtlich der Jährlichkeit ist das extreme Hochwasserereignis am Tiroler Inn aufgrund der Größe des betroffenen Ge- bietes nicht pauschal zu fassen. ImOberinntal wurden Jährlichkeiten jenseits des 100-jährlichen Abflusses (bis etwa HQ300) gemessen bzw. rekonstruiert (BMLFUW, 2006). An einigenMessstellen, insbesondere an der Trisanna im Paznauntal,wurdendiehöchstenWerte seitBeginnkontinuierlicherAufzeich- nungenregistriert.AnderPegelmessstelle in Innsbruckbetrugdie Jährlichkeit etwa 200,weiter flussabwärts nahmendiese kontinuierlich aufWerte umbzw. unter 100ab.DerVerlaufderAbflussintensität undauchderSedimentkonzen- trationmit besonderem Schwerpunkt imTiroler Oberland und insbesondere demPaznauntal (Trisannaals großerZubringerdes Inns) ist inderFormauch denAufnahmen inAbbildung06zuentnehmen. Gleichermaßenwie die Ereignisintensität entlang der Lauflänge des Tiroler Inns lässt sichauchdasrelevanteProzessmustergemäßobigerEinteilungnicht einheitlich festlegen. Bei diesem Ereignis wurden alle drei Prozessmuster be- obachtet. Tendenziell wurde imOberland (insbesondere an der Trisanna) ein erheblicherÜberschuss anSedimenten aufgrundmassiver EinträgedurchZu- bringergewässer beobachtet, was folglich zu Ablagerungen im Gerinne mit massiven Ausuferungen und Laufverlagerungen führte. ImUnterland konnte dies aufgrund geringerer Einträge durch die Zubringer nicht in diesemMaße beobachtet werden. Hier wurden großflächige Überflutungen im gesamten Flussabschnittmit teilweise extremenErosionsprozessendokumentiert. DasHochwasserereignis vomAugust 2005 verursachte in Tirol Schäden in Höhe von350MillionenEuroundbetraf vor allemauchdieTalbödenderZu- bringer Trisanna undRosanna (BMLFUW, 2006). Dieses Ereignis verursachte ebensomassiveSchädenindenbenachbartenAlpenländern(Schweiz,Bayern). Nach der Ereignisdokumentation und -analyse erfolgte zunächst eine Harmonisierung der Bemessungshochwässer durch den Hydrografischen Dienst. DieMiteinbeziehung des Extremereignisses vomAugust 2005 in das Datenkollektiv führte teilweise zurErhöhungder Scheitelwerte, auch imUn- terinntal, wo die verhältnismäßig geringsten Jährlichkeiten beobachtet wur- den. Dem neu ermittelten Bemessungsereignis wurde dieWellenform (und -fracht) desExtremereignisses zugrunde gelegt. Folglichwurde auf Basis ad- aptierter Bemessungsereignisse und einer gemäßHochwasserrichtlinie (EU, FluviatileFeststoffereignisse302 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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