Seite - 308 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
versuchen deutlich.Methoden der direktenMessung vonGeschiebefrachten
und -raten (z.B. Geschiebefalle oder -fänger) und auch indirekte Messme-
thoden (z.B.Geophone, Hydrophone) wurden hierbei in wissenschaftlicher
Forschung getestet und weiterentwickelt (Kreisler et al., 2014).Österreich
kannaufeinsehrgutesMessstellennetzinOberflächengewässern(Wasserstand
und Abfluss) bauen. Auch permanent aufzeichnende Sedimenttransport-
messstationen (Schwebstoff und Geschiebe) bestehen mittlerweile in ent-
sprechenderAnzahl, unter anderemauchGeophonanlagen zurMessung der
Geschiebetransportraten an der Rofenache (Nordtirol), an der Drau und an
derIsel(Osttirol)sowieindenWildbächenSuggadinbach(Vorarlberg),Urlsau
(Salzburg) und Johnsbach (Steiermark) (BMLFUW, 2015b,c). Allerdings sto-
ßen solcheMessstellenwährend Extremereignisse an ihre Grenzen, weshalb
dieMessdaten häufig mittels Nachbearbeitungen korrigiert werdenmüssen
undentsprechendvorsichtig zu interpertierensind. ImHinblickaufdiehohe
RelevanzvonNaturdatenwährendExtremereignisse istdahereinequalitative
(z.B.redundanteodergekoppelteSysteme)wieauchquantitativeErweiterung
desbestehendenMessnetzes anzustreben.
12.6.2 AbschätzungvonEreignisintensitätundGefahrenpotential
Extreme fluviatile Feststoffereignisse werden durch ihre Ereignisintensität
quantifiziert,welche sichausdemzeitlichenVerlauf, derSpitzeundderFracht
vonWasser undSediment definiert. DieseQuantifizierung beruht imWesent-
lichenauffeldbasiertenund/odercomputergestütztenMethoden(z.B.Hagenet
al., 2007; Rickenmann, 2014) undwird in der Regel vonNaturgefahrenexper-
tinnenund-experten(Ingenieurwesen,Forsttechnik,Geografie,Geologie,o.ä.)
vorgenommen. Sie umfasst imWesentlichen die Bestimmung der Abflussbe-
reitschaftundderSedimentverfügbarkeit imEinzugsgebiet, dieFestlegungvon
realistischenNiederschlagsszenarienundProzessszenarienunddieBerechnung
derdaraus resultierendenAbfluss-undSedimentmengen (Ganglinien).
Die Folgen solcher Extremereignisse im Sinne ihrer Auswirkungen auf das
Gewässer (Prozessmuster inKapitel 12.3) sindmittelsdenobenbeschriebenen
Berechnungsansätzenund-modellengrundsätzlichberechenbar (Habersacket
al., 2011). Es lassen sichdadurch jeneGebiete ermitteln, die einerpotentiellen
GefahrdurchÜberflutung,GeschiebeablagerungoderErosionausgesetzt sind.
ZusätzlichsinddiegenanntenBerechnungsansätzeund-modelleeinnützliches
Werkzeug für eineVielzahl von anderenAufgabenstellungen. Ihr Einsatz um-
fasst nebenderAusweisung vonGefahrengebieten auchdie geschiebehydrauli-
sche Dinemsionierung von einzelnen Schutzmaßnahmen oder die regionale
WirkungsanalysevonSchutzsystemen.
FluviatileFeststoffereignisse308
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute