Seite - 311 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
Klimaprojektionen lassen eine saisonaleVerschiebung desNiederschlags vom
Sommer inRichtungFrühling/Herbst vermuten (CCCA, 2015). Trendanalysen
zeigen für Gewässer größerer Einzugsgebiete geringere Zunahmen derHoch-
wasserintensität als inkleinenGebieten (BMLFUW,2017).
Die Auswirkung des Klimawandels auf das Auftreten von Sedimentüber-
schussoder -defizit lässt sich fürdenAlpenraumzumderzeitigenStandkaum
quantifizieren.InvielenGewässernÖsterreichssinddiein-situSedimentquellen
stark durch flussbauliche und wasserwirtschafliche Maßnahmen beeinflusst,
indem das Sedimentkontinuum unterbrochen (Geschieberückhalt in den
Oberläufen,Wasserkraftwerke indenTalflüssen) unddie natürliche,morpho-
logische Gewässerdynamik beinträchtigt ist (Längs- und Querverbauungen).
Die Entwicklungdes Sedimentdargebots innerhalb solcherGewässer ist daher
starkvonetwaigenNutzungs-undBewirtschaftungsänderungen(Feststoff-und
Stauraummanagement)abhängig(Habersacketal.,2013;Haimannetal.,2018).
KlimabedingteÄnderungenvon äußerenSedimentquellen sindhinsichtlich
ihresPotentials (GrößederGeschiebeherde)undderFrequenz (Häufigkeitdes
Eintrags indasGewässer) individuell zubewerten. InhochalpinenGebieten ist
eine Erhöhung des Geschiebepotentials infolge des Gletscherrückgangs (Frei-
legung vonMoränen) und der Permafrostdegradation (Hangentlastungen) zu
erwarten(Scheuneretal., 2015).DieseGebiete sindaber inderRegelweitvom
Siedlungsraumentfernt undderenRelevanz fürdasGefahrenpotenial ist noch
nicht geklärt. Für äußere Sedimentquellen in mittleren Höhenlagen (Schutt-
halden,Böschungen) lassensichderzeitkeine fundiertenAussagentreffenbzw.
sind denAutoren keine entsprechendeUntersuchungen bekannt.Hinsichtlich
der prognostizierten Häufung von konvektivem Starkregen ist aber eine Zu-
nahme von kleinräumigen Extremereignissen (fluviatiler oder murartiger
Natur) zu erwarten. In Abhängigkeit der topografischen und hydrologischen
Gegebenheiten kann sich daraus auch eineHäufung von fuviatilen Extremer-
eignissen indenVorflutern (Gebirgsflüssen) ergeben.
12.7.3 MeidungverbleibenderGefahrengebiete
38,6% der Fläche Österreichs stellen gemäß Statisitk Austria und Corine-
Landnutzungsdaten Dauersiedlungsraumfläche dar (Stand 2001). Bundeslän-
derbezogen ist dieserAnteilmit 80,2% inWien amgrößten, gefolgt vonBur-
genlandmit63,2%undNiederösterreich60,4%.Dielandschaftlichstarkdurch
die Ostalpen geprägten Bundesländer Salzburg (20,3%), Vorarlberg (21,7%)
und Tirol (11,9%) weisen die geringsten Flächenanteile auf (Wonka, 2008).
Österreich und insbesondere jene Regionenmit hoher Reliefenergie sind nur
sehr eingeschränkt besiedelbar. Trotz drohenderNaturgefahren und vielleicht
Herausforderungen imUmgangmitextremen fluviatilenFeststoffereignissen 311
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute