Seite - 313 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
weiter in Gefährdungsbereiche vorrücken, hat augenscheinlich zugenommen
undwird diesmit großerWahrscheinlichkeit weiterhin tun (StatistikAustria,
2018). Gängige und standardisierte Planungsinstrumentewie dieGefahrenzo-
nenplanung(BMLFUW,2011a;BMNT,2018) liefernindiesemKontextwichtige
Informationen zur Sensibilisierung der Bevölkerung und von Entscheidungs-
trägern gegenüberNaturgefahren. Sie stellen gegenwärtig und zukünftig zen-
trale Instrumente imUmgangmitextremenfluviatilenFeststoffereignissendar.
12.8 Perspektiven fürdenUmgangmit fluviatilen
Feststoffgefahrenprozessen
12.8.1 OperativePlanungsebene
Bewährte analytische Berechnungen und komplexe numerische Modelle zur
Geschiebetransportberechnung können innerhalb des Auftretensspektrums
fluviatiler Verlagerungsprozesse extreme Ereignisse gleichermaßen wie jene
ProzessemitgeringererIntensitätabbilden.DennochbestehenimHinblickder
diskutierten Unsicherheiten und möglichen zukünftigen Entwicklungen flu-
viatiler Feststoffgefahrenprozesse weiterhin Herausforderungen bei deren
rechnerischenAbschätzung.
Fluviatile Prozesse sind in ihrer Ausprägung stark von den hydraulischen
Verhältnissen imGewässer bestimmt.DieAbflussspitze als singuläre Informa-
tioncharakterisierthier inderRegeldie statistischeEreignishäufigkeit.Fürdie
verlagerten Feststoffvolumina, das Ausmaß von Sohllagenänderungen oder
beispielweise dieAuslastungnatürlicher und technischerRückhaltestrukturen
imGewässer ist die vollständige Kenntnis der Abflusscharakteristik über die
Ereignisdauer erforderlich. Hierzu ist zukünftig verstärkt eine detaillierte Er-
fassunghydrogeologischer EigenschaftendesEinzugsgebietes und einedetail-
lierte hydrologische Ereignismodellierungmit Fokus auf der Berechnung von
Abflussganglinien anzustreben, in der auch mögliche Unsicherheiten in der
Modellierung entsprechend dargestellt und berücksichtigt werden. Insbeson-
derebeiderAbschätzungextremerEreignissesindhierbeiauchdieauslösenden
Bemessungsniederschläge(Niederschlagsintensitätund-dauermiträumlichund
zeitlichvariablerWirkung imEinzugsgebiet),diemitgegenwärtigemStandder
Technik mit den Jährlichkeiten entsprechend der zu berechnenden Abfluss-
spitzen angesetztwerden (BMLFUW,2011b), zuhinterfragenbzw. gegebenen-
falls weiterzuentwickeln. Die Definition gebietsbezogener Bemessungsnieder-
schlägesolltezukünftigauchinstärkeremAusmaßverschiedeneAusprägungen
vonExtremereignissenberücksichtigen, etwakurzeandauernde, sehr intensive
Perspektiven fürdenUmgangmit fluviatilenFeststoffgefahrenprozessen 313
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute