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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 wachstum bzw. Gefügeauflockerungen auch »Vorbereiter« von Hangdefor- mationen, Prager et al., 2008) beeinflussen zeitabhängig die Gebirgsfestig- keiten durch geomechanische Bruchprozesse, wie dem (sub-)kritischen Risswachstum (Atkinson, 1989). Im Hochgebirge werden häufig Gletscher- und/oder Permafrostrückzug ursächlich bzw. auslösend für verschiedene Felsgleitungen diskutiert. Beispiele dafür sind die tiefgründigenMassenbe- wegungen imBereichderBliggspitzeunddesMarzellkamms(Fey, 2018). Jedoch sind auchaußerhalbdesPeriglazial- bzw.Permafrost-Bereichs zahl- reichegrößereSturzereignissebekannt, z.B.Huben/T (03/1999),Bischofsmüt- ze/S (09/2001), Hochwand-Alpl/T (03/2012), Felbertauern/T (05/2013), Vals/T (12/2017) und Hoher Göll/S (05/2018). Diesbezüglich sind die unmittelbar auslösenden Faktoren derzeit noch ungenügend erforscht. Betreffend syste- matischer statistischerAuswertungenvonMassenbewegungenistdie fundierte Datengrundlagewiemöglichst vollständigeChronikengutdokumentierterEr- eignisse, Zeitreihen mit externen Einflussfaktoren (z.B. Erdbeben, Witte- rungsverläufe/-ereignisse) nur vereinzelt bzw. nur für lokaleHangflankenver- fügbar.TrotzpaläoklimatischerIndikatorenundHinweiseaufseismotektonisch aktive Räume liegen bisher keine schlüssigenDatengrundlagen bzw. Korrela- tionenvorwasdieauslösendenFaktorenbetrifft(Prageretal.,2008;Ostermann undSanders, 2012; Ivy-Ochs et al., 2017,undReferenzendarin). Jenachüber- regionalem Auftreten bzw. lokalen Altershäufungen werden auch in neueren Studienklimatischeoder seismotektonischeUrsachendiskutiert (z.B.Zerathe et al., 2014; Ivy-Ochset al., 2017, sowieReferenzendarin). Längere Zeitreihen bzw. Chroniken sowie regional- und lokalspezifische Auswertungen von historischen Sturzereignissen (u. a. hinsichtlich ihrer kli- matischen Beeinflussung/Auslösung) liegen inMitteleuropa bisher nur selten vor. Vereinzelt wurden lokalitätsspezifische Sturz-Ereignisse systematisch un- tersucht, v. a. hinsichtlich ihres zeitlichen und räumlichen Auftretens sowie steuernder Faktoren (z.B. Steinschlag, Fels-/Bergstürze im Bereich Reintal/ Zugspitze,Krautblatteretal.,2012).BetreffendÖsterreichzeigteinInventarvon Sturzereignissen (Zeitraumca.1900–2010,252Ereignisse, v.a. Steinschlag, z.T. Felsstürze, v.a. ausNicht-PermafrostGebieten)einesehrschwacheKorrelation von Ereignissenmit Temperaturverläufen, bzw. keine Zunahme der Frequenz vonSturzereignissenwährendwärmererPerioden; statistisch ist eineHäufung im Frühling ermittelbar, in den letzten Jahrzehnten auch eine Häufung im Sommer (möglicherweise Verschiebung aufgrundmildererWinter) (Sass und Oberlechner, 2012).AuchbetreffendderSchweizerAlpennordseiteweisen sta- tistische Auswertungen (ca. 800 historisch dokumentierte Sturzereignisse der letzten 500 Jahre) darauf hin, dass eine eindeutige Korrelation zwischen be- kanntenFeucht- bzw.WarmperiodenundeinerHäufungvonSturzereignissen zwischen1500und1900ADnicht besteht.Allerdings zeigt sich für das 20. Jh. Felsgleitung, FelslawineundErd-/Schuttstrom392 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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