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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 Felbertauernstraße in Osttirol im Mai 2013 führte hingegen zu schweren Schäden an derVerkehrsinfrastruktur und damit zur zeitweiligenDurchtren- nung einer wichtigen Straßenverbindung (Riepler und Schroll, 2013; Pfurtsc- hellerundGenovese,2018).EineweitereFelslawine,diesichimFrühjahr2012an derSüdflankederHochwand(2.719m)bzw. imBereichAlpl inderMieminger Kette ereignete unddurch ihrebesonders großeReichweite charakterisiert ist, wird exemplarisch zu vielen anderenwie z.B. am Luibiskogel (1999) und in Huben(1999)imFolgendenimDetailbeschrieben(PrehundSausgruber,2015). Esistwichtigdaraufhinzuweisen,dassvieleEreignisseeinBewegungsverhalten zeigen, welches sowohl typische Merkmale für Stürzen als auch für Fließen aufweist unddahereine strikteTrennungschwierigmacht (sieheBeitrag17zu SteinschlagundFelssturzsowieLiteratur,z.B.Hungretal.,2014):Keinesdieser Ereignisse stand indirekterVerbindungmit einemaktivenGerinne sodass es wederzurAbsperrungvonRinnenundTälern(unddemAufstauvonSeen)noch zuProzesskettenmitnachfolgendenMur-oderFeststoffereignissenkam. 16.3.2.2 Alpl Die Felslawine von Alpl, die sich am 22.März 2012 kurz vorMitternacht er- eignete, war insofernungewöhnlich, als dass die Felsmassen auf die gefrorene Firnschneedecke stürzten, was zu einer für das geringeAbbruchvolumenvon nur ca. 75.000m3ungewöhnlichhohenMobilität führte: eswurde einFahrbö- schungswinkelvonlediglich17,88sowieeineAuslauflängevon2,6kmgemessen (PrehundSausgruber,2015).Durchdenerodierten,mitaufgenommenenSchnee kam es zu mehr als einer Versechsfachung des initialen Volumens, so dass insgesamtmindestens ca. 500.000m3Material (Fels/Schutt und Schnee) abge- lagertwurden.WeildasEreignisineinemabgelegenenHochtalstattfand,kamen weder Personen zu Schaden, noch traten nennenswerte Schäden anObjekten oder Infrastruktur auf.Der initialeAbbruchprozessnahmentlangvonparallel und schräg zurOberfläche geneigten Trennflächen imWettersteinkalk seinen Ausgang, ohne dass ein konkreter Auslöser identifiziert werden konnte. Das Material zerbrach im steilen oberenWandbereich der Sturzbahn inTrümmer, stürzte auf den Altschnee und fuhr dannHuckepack darauf als mobile Fels- Schnee Lawine talwärts. Interessant dabei war, dass es mit Ausnahme der oberstenDezimeter zu keiner Vermischung zwischen unterlagerndemSchnee und Felssturz/-gleitmasse kam. Der Altschnee bewirkte eine Minderung des dynamischenReibungswiderstandes (»fungierte als ein Fließmittel«) undwar fürdiegroßeReichweite verantwortlich. EinschätzungdesSachstandesanhandvonFallbeispielen 399 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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