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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 Felswände, Gipfel und Schutthalden, abhängig von ihrer Schneebedeckung, wärmerwerdenundvermehrt bis in großeTiefen auftauen.Gemessene Bohr- lochtemperaturen in europäischenGebirgen zeigen einedeutlicheErwärmung bis in 60–80m Tiefe, die als Folge des Temperaturanstiegs seit der Kleinen Eiszeit interpretiertwerden.DadurchkönnenNaturgefahrenprozesse,wieFels- stürze oderMuren, entstehen. Verstärkte Kriechbewegungen und Setzungser- scheinungen sind zudem für die Stabilität von Bauten im Hochgebirge ein großes Problem; Dutzende Gebirgshütten und Seilbahninfrastrukturen sind hiervonbetroffen.Besonders indenletztenzweiDekadenhatdieFrequenzvon kleinerenFelsstürzen zugenommen. ExtremeHitzesommermit spektakulären Sturzereignissen,etwa2003amMatterhorn(Schweiz)oder2017amPizCengalo (Schweiz)mit 8Todesopfern, habendieThematikGebirgspermafrost undNa- turgefahren indenFokusderÖffentlichkeitundForschunggerückt. Permafrostbedingungen und deren Veränderungen entstehen vor allem durch konduktivenWärmetransport (Wärmeleitung; ZenklusenMutter et al., 2010).DieÜbertragungvonWärmeausderLuft indenUntergrundwirddurch verschiedene Faktoren beeinflusst. Variable Oberflächenverhältnisse (Fels, Schutt, Schneebedeckung), inhomogene Untergrundbedingungen (Material, Klüfte, Porenräume, Eisgehalt) undWasser imUntergrundwirken sichdämp- fend oder verstärkend auf den Wärmetransport aus (Zhang et al., 2001; Schneider et al., 2012; Marmy et al., 2013). Dadurch bilden sich lokal sehr heterogeneTemperaturbedingungen aus (Otto et al., 2012). In denAlpen sind dieUntergrundtemperaturen,bisaufdiehöchstenGipfelbereicherelativwarm, alsonahe0 8C. Untergrundtemperaturen reagieren inderRegelmit einer zeitlichenVerzö- gerung auf Veränderungen der Lufttemperatur.Warme Sommertemperaturen führenbeispielsweiseerstnacheinigenWochenoderMonatenzuReaktionenin oberflächennahen Felsschichten (siehe Abbildung02; Hilbich et al., 2008; ZenklusenMutter et al., 2010). In größererTiefewerdendie Felstemperaturen von kurzfristigen Schwankungen nicht beeinflusst. Veränderungen, die dort auftreten, sind das Resultat länger andauernder Trends. Dieses Phänomen ist relevant fürdieEntstehungvonFels- oderBergstürzen.Währendoberflächen- nahe, kurzzeitige Temperaturerhöhungen zu kleineren Stürzen führen, entste- hengroßeEreignisseerst,wennübereinen längerenZeitraumvonJahrzehnten oder Jahrhunderten die Temperatur zunimmt undPermafrost in großer Tiefe wärmerwird. Einführung 541 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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