Seite - 544 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
al., 2016;Winkler, 2016;Kellerer-Pirklbauer undKaufmann, 2018). Flächen-
deckende Informationen zur Blockgletscherverbreitung inÖsterreich liegen
vorallemfürdieHohenTauernundTirolvor (Lieb,1996;Kellerer-Pirklbauer
et al., 2012b; Krainer und Ribis, 2012); eine Gesamtverbreitung ist derzeit
in Arbeit. Diese Daten gehen, als indirekter Nachweis für Permafrost-
bedingungen, in die Modellierung der Permafrostverbreitung ein. Andere
Nachweise basieren vor allem auf weiteren indirektenMethoden, wie Geo-
physik,Bodenoberflächentemperaturen und Basistemperatur der winterli-
chen Schneedecke. Modelle für die Permafrostverbreitung gibt es in hoher
Auflösung für dieHohenTauern (Schrott et al., 2012), sowiemit geringerer
Detailschärfe für den ganzenAlpenraum (Boeckli et al., 2012a) (sieheKapi-
tel 20.2). Direkte Messungen von Untergrundtemperaturen in Bohrlöchern
finden derzeit amHohen Sonnblick und amKitzsteinhorn (Land Salzburg),
sowie am Dachstein (Oberösterreich, Steiermark) statt (Hartmeyer et al.,
2012;Schöneretal.,2012;Schnepfleitneretal.,2016).DieseDatengehenindie
globale Datenbank zu Permafrostbeobachtung als Teil der globalen Klima-
beobachtungsprogramme ein (GTN-P 2018). Veränderungen imPermafrost-
bereich werden, neben den Blockgletscherbewegungen, zum einen über
Oberflächenveränderungenbzw.SetzungenalsAusdruckvonEisschwund im
Untergrunduntersucht(Klugetal.,2017).ZumanderenfindeteinMonitoring
von steilen Felswänden statt, um die Höhe der Auftauschicht und die Fels-
sturzaktivität im Permafrost im Umfeld von Seilbahnen und alpiner Infra-
struktur zuüberwachen (Hartmeyer et al., 2012;Keuschnig et al., 2017).
21.2 Permafrostverbreitung inÖsterreich
Flächenhafte Erkenntnisseüber dieVerbreitung vonPermafrost inÖsterreich
basieren auf empirisch-statistischen Modellen. Dabei werden direkte und
indirekte Permafrostnachweise (Bohrlochtemperaturen, Bodenoberflächen-
temperaturen, Blockgletscher, Geophysik) statistisch und räumlich analysiert
mitdemZiel, einenVerbreitungsschlüsselvongünstigenGeländepositionenzu
generieren, andenenPermafrostbedingungenauftretenkönnen(Schrott et al.,
2012). Alternativ wird die räumliche Verbreitung von Klimavariablen, wie
mittlere jährliche Lufttemperatur, potenzielle Solarstrahlung und mittlere
jährliche Niederschlagssumme statistisch ausgewertet und je nach Oberflä-
chenbeschaffenheit (Fels, Schutt) in ein räumliches Verbreitungsmodellüber-
setzt (Boecklietal.,2012b).BeidenAnsätzenistgemein,dassdasAuftretenvon
Permafrost als Index einer nicht näher definiertenWahrscheinlichkeit formu-
liertwird,die aberkeine statistischeWahrscheinlichkeit ist, sonderneher eine
Art Flächenanteil pro Zelle oder eineAussage zurmöglichenMächtigkeit des
Permafrostgefahren544
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute