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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 ZurAbschätzungderPermafrostverbreitung indenHohenTauernmittelsPer- makart3.0wurdenmehr als 650Datensätze zumPermafrostnachweis verwen- det, die hauptsächlich aus BTS-Daten (Basistemperatur der winterlichen Schneedecke) und aus Geophysikdaten (Elektrische Widerstandsmessung, Georadar)bestehen.DasModelverwendet eindigitalesGeländemodell (DGM) mit einer 10m Auflösung. Wendet man das Modell auf einen Datensatz für Gesamtösterreich an, wird eine Fläche von 1.400km2, bzw.1,7%der Landes- fläche, als potenzielle Permafrostflächemodelliert (Abbildung04a).Dieseum- fasstGebirgsregionen inNordlagenab2.400mundSüdlagenab3.000mMee- reshöhe.DieseHöhengrenzenwurdenallerdingsnur indenHohenTauernva- lidiertundkönnen indenübrigenLandesteilendeutlichabweichen. DasModel APMODbasiert auf einer alpenweitenKompilation vonKlima- daten und Permafrostnachweisen (Boeckli et al., 2012b). Die Datenauflösung (30mDGM)unddieAnzahl eingegangenenValidierungsdaten (74 fürÖster- reich) ist geringer als bei Permakart3.0. ImVergleich dazu weist dasModel APMOD eine Fläche von 3.200km2, bzw. 3,2% der österreichischen Landes- fläche, alspotenziellenPermafroststandort aus (Abbildung04b). GrundsätzlichsindbeideModellenurAnnäherungenandieRealitätundmit großen, derzeit nicht zu quantifizierenden Unsicherheiten verbunden. Eine genaue Abgrenzung der Permafrostvorkommen ist damit nicht möglich. Wichtigistauchzubedenken,dassderZeitraumdesempirischenNachweisesim Gelände deutlich zurück liegt; in der Zwischenzeit können sich lokal bereits wieder deutliche Veränderungen eingestellt haben.Weiters geben dieModel- lierungen ausschließlich räumliche Aussagen wieder und enthalten keine In- formation über Temperaturverhältnisse oder die wirkliche vertikale Ausdeh- nungdesPermafrostkörpers. 21.3 PermafrostundNaturgefahren 21.3.1 EntstehungvonFels- undBergstürzen imPermafrostbereich DasZusammenspielvonPermafrostundFelsstabilität istumeinigeskomplexer alsdie indenMedienoft lapidarverwendeteMetapher»Permafrosthältwieein KleberdenFelszusammen«andeutet.Labor-undFeldstudiender letztenzehn Jahrezeigen,dassPermafrostbedingungennebenstabilisierendenEffektenauch als treibendeKräftezumGleichgewichtderHangstabilitätbeitragen(Murtonet al., 2006;Girard et al., 2013;Krautblatter et al., 2013). InmechanischenTests zeigen sichvier relevanteVersagensmechanismen: (i)DieDruck- undZugfes- tigkeit intakten Gesteins nimmtmit Auftauen um 25 bis> 50% ab; (ii) Die Bruchfestigkeit von Eis und Fels-Eiskontakten nimmt um eine zweistellige Permafrostgefahren546 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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