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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 grundder isolierendenWirkungdesEisesaberauchdieFelstemperatur sinken und sich neue Permafrostkörper bilden (Wegmann et al., 1998; Otto und Keuschnig, 2014; Klug et al., 2017).Änderungen im Spannungsfeld der trei- bendenundhaltendenKräfte einer Felswandkönnen als Folge der Freilegung durch den Gletscher zu Sturzprozessen führen.Über den glazialen Abfluss beinflusst der Gletscher auch flußabwärts gelegeneAbschnitte in und entlang vonFließgewässern. 22.2.2 GletscherbedingteNaturgefahrenund ihreModellierung Ein allgemein gültiger theoretischer Rahmen für Gletschergefahren wird in Haeberli und Whiteman (2015) dargestellt. Nach Tufnell (1984) resultieren GletschergefahrenausGeometrieänderungenderGletscher,ausvonGletschern verursachtenHochwässernundausGletscherstürzen (Eisstürzen, Eislawinen), wobei die einzelnenProzessgruppenmiteinander verknüpft sind (VAW,o. J.). SokannetwaeineÄnderungderGletschergeometriezumAufstaueneinesSees undSeeausbrüchenführen.WeitersgibtesauchWechselwirkungenmitanderen Naturgefahren, etwaErdbebenoder Felsstürzen, die Ereignisse aufGletschern auslösen können oder, umgekehrt, die durch Gletscher in ihrer Auswirkung verändertwerden (etwadieReichweite vonBergsturzereignissenaufEis). 22.2.2.1 ÄnderungenderGletschergeometrie InAnbetrachtdergegenwärtigenEisdicken-undFlächenverlustesindvorallem die Freilegung von Felswänden und geringverfestigtes Lockermaterial für die Entstehung vonNaturgefahren relevant. Die relevanten Ereignisse, etwa Fels- und Bergstürze sowie Muren sind jedoch gravitativer Natur und nicht dem glazialenProzessbereich zugeordnet.Aufgrundder kausalenVerknüpfungmit demEinfluss desGletscherswerden sie in der Fachliteratur unter demBegriff paraglaziale Prozesse/paraglaziale Landschaftsanpassung zusammengefasst. DamitwerdenAbtragungsprozessebezeichnet,diedurchGletscherbedingtsind undentweder imvomGletscherbeeinflusstenFels, oder imvomGletscher ab- gelagerten Lockermaterial stattfinden (Church und Ryder, 1972). Diese para- glaziale Aktivität nimmt mit der Zeit ab, bis die vomGletscher verursachte Antriebsgröße abgearbeitet ist. Die Zeitskala kann zwischen Jahrzehnten und Jahrtausenden liegen (Ballantyne, 2003). Kurzfristige Reaktionen finden vor allem anMoränenablagerungen statt, die innerhalb weniger Jahrzehnte nach dem Abschmelzen der Gletscher durch Abspülung und Murgänge erodiert werden können. Besonders Endmoränenwälle und andere glaziale Ablagerun- gen inKarensindhäufigQuellgebiet fürMurenmitWirkungenbis indieTäler Gletschergefahren568 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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