Seite - 602 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
Ungeachtet dessen wird der Bedarf an Erschütterungsmonitoring wichtiger
Infrastrukturen in Zukunft zunehmenumSicherheitsmaßnahmen auf lokaler
Ebene rechtzeitig einleiten zu können. Zur Abschätzung der Auswirkungen
historischer aber auch rezenter Erdbeben dienen heute Erschütterungskarten
(»ShakeMaps«).Diese stellen einbestimmtes Szenariodar, dasdurchdieMa-
gnitude und die Herdtiefe vorgegebenwird, wobei Einflüsse des lokalen Un-
tergrunds und der GeländeformBerücksichtigung finden. Abbildung05 zeigt
solch eine ShakeMap, die das Erschütterungsfeld des historischenErdbebens
vonWiener Neustadt, 1768 darstellt. Derzeit werden die Kartenmit Fallbei-
spielenausderVergangenheit verifiziert, unddemnächstwerden solcheLand-
karten nach jedem stärkeren Erdbeben inÖsterreich auf der Homepage der
ZAMGveröffentlicht.
23.6 PerspektivenvonHandlungsoptionen
Die europäische Baunorm wird in den nächsten Jahren eine Aktualisierung
erfahren, welche die Erstellung einer neuen Erdbebengefährdungskarte von
Österreich erfordert. Diese Karte befindet sich derzeit in Ausarbeitung. Die
BauindustriewirddieneuenBemessungswerte in ihrePlanungenmiteinbezie-
hen nachdem Anpassungen in der österreichischen Baunorm durchgeführt
wurden.
AuchwerdendasBewusstseinunddasMedieninteresse an induziertenErd-
beben (Bergbau, Sprengungen und Explosionen, Fracking, Geothermie) stark
anwachsenunddaherwird sichdieÖffentlichkeitsarbeitmit diesemThemen-
kreis inZukunft vermehrtbefassen.
Umdiese Erschütterungen, aber auch natürliche Ereignisse wie Felsstürze
undHöhleneinstürze, seismisch umfangreicher erfassen zu können, wird das
Erdbebenmessnetzweiterausgebaut.DiesführtnichtnurzueinerVerbesserung
der Lokalisierungsgenauigkeit der Erschütterungsquellen sondern dient auch
derbesserenEinschätzungderEinwirkungenaufwichtige Infrastrukturen.
International gesehen führt die EU-Initiative EPOS (European Plate Ob-
servingSystem,www.epos-ip.org) inZukunftzueinerEtablierunggemeinsamer
Erdbebenerfassung-undForschungsstrukturen,dieeineabgestimmteStrategie
erlauben.
Ganz im Sinne der Praxisorientierung nimmt die ZAMG auch aktiv an
ARISTOTLE (All Risk IntegratedSystemTOwardsTrans-boundaryEarly-war-
ning,http://aristotle.ingv.it/) teil, einemeuropäischenFrühwarnsystemfürNa-
turkatastrophen, welches das Emergency Response Coordination Centre
(ERCC) inBrüsselmit Information imAnlassfall versorgt.
Erdbeben602
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute