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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 24.3 Fallbeispiel ausdemösterreichischenAlpenraum– Extremereignis imSchwarzenseebachtal In diesemKapitel wird ein Fallbeispiel einesMulti-Hazard-Extremereignisses ausdemösterreichischenAlpenraumpräsentiert,welchesaufdasAuftretenvon Kaskadeneffekten zurückzuführen ist. BesonderesAugenmerk liegthierbei auf einer näheren Beschreibung der Bedeutung von Prozessverkettungen auf die Prozessintensität unddemdaraus resultierenden Schadensausmaß (Multi-Ha- zard-Kontext). AmAbenddes 17.07.2010kames imWeststeirischenSchwarzenseebachtal (Gemeinde Sölk, Bezirk Liezen; Abbildung03a) durch die Verkettung ver- schiedenster hydro-geomorphologischer Prozesse zu einem Extremereignis, welches zahlreiche Schäden zur Folge hatte. Der Schwarzenseebach, Haupt- quellarmdesKleinsölkbaches,hateinEinzugsgebietvonca. 57km2,welcheszur Gänze in den Schladminger Tauern gelegen ist. Der lithologischeUntergrund besteht aus unterschiedlichen kristallinenGesteinen, v. a. Paragneisen, Horn- blende-Quarziten,Granit (-gneisen)undGlimmerschiefern,welche inKessel-, Hangfuß- und Tallagen von teilweise mächtigen quartären – teilweise leicht mobilisierbaren – Schuttdecken überlagert werden.Die Talmorphologie weist einedeutlicheglazialePrägungmit teilweiseübersteiltenTalhangbereichenauf (alpinesTrogtal), welche vonzahlreichenkleinerenGräben entwässertwerden (Abbildung03b).DiehöchsteErhebung imEinzugsgebiet istdieDeichselspitze mit einerHöhe von 2.684mü.NN.Der tiefste Punkt (Auslass) des Einzugsge- bietes liegt auf ca. 988mü.NN.DasKlima ist geprägtdurcheinemittlere jähr- licheTemperaturvon5,8 8CundeinemittlerejährlicheNiederschlagsmengevon ca. 1.200mmmit Maxima zwischen Juni und September (Station Kleinsölk, ZAMG). Die mittlere Hangneigung des Einzugsgebietes beträgt ca. 378. Die Talbodenbereichewerdenalmwirtschaftlichgenutzt, steilerebewaldeteGebiete unterliegen forstwirtschaftlicherNutzung. Zwischen16:30und18:30des17.07.2010kamesimSchwarzenseebachtalzu einem Starkregenereignis mit einer Niederschlagssumme von ca. 130mm, welches zahlreicheHang- undGerinnemuren auslöste sowieHochwasser und fluviatilen Feststofftransport in den Hauptgerinnesystemen zur Folge hatte (Abbildung03c). Alleine im Schwarzenseebachtal wurden von Seiten der Wildbach- undLawinenverbauung (WLV, SektionLiezen) in denbewirtschaf- tetenTalbodenbereichen173Schadensflächen(FlächenmitVermurungenund/ oder sonstigen Sedimentablagerungen)mit einerGesamtfläche von ca. 151ha verzeichnet. TeilweisewurdenHänge großflächig blankgespült, was u. a. auch aufdieindiesenBereichenzuvorvorhandenen–durcheinenBorkenkäferbefall verursachten–abgestorbenenBäumezurückzuführenist.AbgestorbeneBaum- Fallbeispiel ausdemösterreichischenAlpenraum 613 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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