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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 schlagsereignisses bis zum Einsetzen des Abflusses) wird, bei späterer und niedrigererAbflussspitze, länger (Markart et al., 2017). Fazit: SchutzwaldundextremeNiederschläge Durch Extremereignisse in Form von Langzeitniederschlägen (Dauerregen) ausgelösteHochwässerundSchadereignissehabenindenletztenJahrzehntenan Bedeutunggewonnen.AufgrundderTranspirationsleistungderWaldvegetation ist i. d.R. ein höherer freier Bodenspeicher in Relation zum umgebenden Freiland imEreignisfall gegeben.DiesermindertdenDirektabfluss (Schumann etal.,2016).DieRetentionswirkungvonWaldbödenistjedochumsogeringer, je flachgründiger(z.B.geringmächtigeBödenaufFels-oderstauenderUnterlage) undjeskelettreicherdasSubstrat(z.B.groberHangschutt,Blockschutt) ist.Mit zunehmender Niederschlagsmenge und -dauer, und steigendem Verfüllungs- graddes Bodens nähert sich dasAbflussverhaltenvonWaldflächen jenemder umgebenden waldfreien Einheiten an, insbesondere an Hängen mit gering- mächtigen Böden, bei hoher Vorbefeuchtung, geringem Bodenspeicher und hohenAnteilenanZwischen-bzw.unterirdischemAbfluss (Hegg, 2006). So zeigten detaillierte Luftbildauswertungen der Landbedeckung für das Tiroler Paznauntal nach den dramatischen Hochwasserereignissen vom 22./ 23.August 2005,dassdieBewaldungseit 1950von19auf21%,also relativum 8% gestiegen ist. Drei Viertel derWaldausstattung wiesen 2005 bessere hy- drologische Eigenschaften als 1950 auf. Diese Veränderung hin zu dichterem, kleinflächigerem und stufiger-strukturiertem Wald wirkt sich hydrologisch günstig aus. Jedochwirddie seit 1950 eingetreteneVerbesserungder hydrolo- gischen Schutzwirkung aus demWaldbereich durch die abflussverschärfende Wirkung anthropogener Veränderungen (Zunahme anVerkehrs-,Wohn- und Wirtschaftsflächen, Planien und Schipisten) mehr als egalisiert (Kohl et al., 2009). 25.4.2 SchutzwaldundRutschungen DerGefahrenprozessRutschungwurde inÖsterreich inderGefahren-,Risiko- undWaldforschungerst relativspätbeachtet.DainÖsterreichauchheutenoch allespontanenMaterialverlagerungendurchdieabtragendenKräftedesWassers pauschal als »Muren« bezeichnet werden, sind historische Fälle schwer zu identifizierenbzw. vonHochwasserereignissenmitGeschiebetrieb zu trennen. RutschungenwerdenmeistdurchextremeNiederschlagsereignisseausgelöst. DieWirkungdesWaldesbei extremenNiederschlagsereignissenhängtvonder Art der Rutschung ab. Rutschungen können nach der zeitlichen Anlage der Gleitung in zweiHauptgruppeneingeteiltwerden: die (1)permanenten (meist SchutzwaldundNaturgefahren 637 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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