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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 ((Fortsetzung)) Anbruchtyp Beschreibung WirkungdesWaldes Lockerschneelawine VerlustderSchneefestigkeit an derSchneedeckenoberfläche durchErwärmungoderdurch herabfallendesMaterial; Voraussetzung ist steiles Gelände (Hangneigung>458). Bildet seltengroßeEreignisse PrimäreWirkung:Durchdie BeschattungderBäume istdie direkteEinstrahlunggeringer; allerdings lösenausden Baumkronenherabfallende Schneeklumpen leicht Lockerschneelawinenaus. Natürliche Lawinenauslösungen und vor allem große Schadlawinen sind auf außergewöhnlicheWetterverhältnissemit starkenoder langanhaltendenSchnee- fällen (3-Tages-Neuschneesummen von mindestens 30 bis 50cm), Schnee- verfrachtungen, großen Temperaturänderungen oder Regen zurückzuführen, die imbreitenRahmenderklimatischenVerhältnisse indenAlpen ingewissen Abständenimmerwiederauftretenkönnen(PerzlundWalter,2012;Teichetal., 2012a). Extreme Ereignisse, die Lawinen im bewaldeten Gelände auslösen, sind(1) starkeNeuschneefälle bei niedrigenTemperaturenundhoher Schnee- decke inVerbindungmitgeringerSonneneinstrahlung(Schneebrettlawinen), (2)plötzliche starke Erwärmungmeist in Verbindungmit starker Strahlung (Lockerschneelawinen), oder (3)Durchfeuchtung der Schneedecke durch Regen oft in Verbindung mit Erwärmung, meist nach Phasen größerer Schneefälle bzw. inWinternmit überdurchschnittlicher Schneehöhe (Gleit- schneelawinen)(Konetschny,1990;Meyer-GrassundSchneebeli,1992;EISLF, 2000; Teich et al., 2012a). Die erforderliche 3-Tages-Neuschneehöhe für La- winenanbrüche imWalddurchNeuschneefälle liegt bei ca. 50cm, soferndie Gesamtschneehöhe etwa 100 bis 150cm erreicht. Auslösungen von Nass- schneerutschen imWald durch Erwärmung und/oder Regen sind schon bei Schneehöhen von 30cmmöglich (diese sind aber seltenKatastrophenereig- nisse); bei amBFWdokumentierten Schadensereignissen lagen die Schnee- höhenderFreiland-Referenzstationenauchbei denNass-undGleitschneela- winenüber100cm. Größere Lawinenanbrüche entstehen in bewaldetemGelände nur auf Frei- flächen, also in größeren Lücken und Blößen (Lückenbreite>10–20m), in räumig-aufgelöstenNadelholzbeständen (Überschirmungsgrad< 30–60%, je nach Lärchenanteil undHangneigung), auf Strauchflächenundbei niedrigem Jungwald (<2m), sowie – auch bei geschlossenemKronendach – in stamm- zahlarmenLaubwaldbeständen(z.B.SaekiundMatsuoka,1970; Imbeck,1984; GublerundRychetnik,1991;Meyer-GrassundSchneebeli,1992;McClung,2001; SchneebeliundBebi, 2004;Bebi et al., 2009;Viglietti et al., 2010). SchutzwaldundNaturgefahren 647 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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