Seite - 670 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
Adaption ist ein längerdauernderProzess, beidemdasSystemdurchLern-
und Anpassungsprozesse seine Funktionalität selbst wiedererlangt. Zum
Schutzkritischer InfrastrukturensindbeideAnsätzenotwendig.
2)Wassoll resilientwerden?
InkomplexenSystemen,wieStaatenoderUnternehmenkannzwischendem
sozialen, dem institutionellen unddem technischen Subsystemunterschie-
den werden. Um einen Betreiber kritischer Infrastrukturen resilienter zu
machen, sindMaßnahmen inallendrei Subsystemennotwendig.
3)WelcherAkteur ist fürResilienzverantwortlich?
Wie bereits oben ausgeführt, kann der Staat nichtmehr alleine für die Si-
cherheit vonWirtschaft undGesellschaft sorgen.Daher sindalle relevanten
Stakeholder gemeinsam für die Steigerung der Resilienz verantwortlich.
Aufgabedes Staates ist es dabei, denpolitischen, strategischenund rechtli-
chenRahmen für solchePublicPrivatePartnerhips zuschaffen.
4)WiekannResilienzgefördertwerden?
Programme zur Erhöhung der Resilienz umfassenMaßnahmen in denKa-
tegorienCapacities, Capabilities andCulture. Aufbau vonCapacities heißt,
ReservenzubildenundRedundanzeneinzubauen.Capabilities(Fähigkeiten)
werdendadurchentwickelt,dassNotfallsituationengeübtsowieKrisen-und
Katastrophenschutzpläneerstelltwerden.Wesentlich ist auchdasEntstehen
einer Kultur der Resilienz zu fördern, z.B. durch ein Bekenntnis zu den
Grundätzen einer Lernenden Organisation sowie der Förderung von Ko-
operationsbereitschaftund -fähigkeit.
5)WiekannResilienzgemessenwerden?
Konzepte wie Resilienz und Vulnerabilität sind schwer messbar. Das US
Department ofHomelandSecurity hat z.B. 1.500Datenpunkte in 6 Schlüs-
selbereichen (physische Sicherheit, Sicherheitsmanagement, Sicherheits-
kräfte, Umfang des Informationsaustauschs,Überprüfung von Schutzmaß-
nahmen,Abhängigkeiten) identifiziertundversuchtdamit ineinerkomple-
xen mathematischen Operation, Resilienz zu messen.Österreich hat sich
mit dieser schwierigen Frage bisher nur imRahmen eines Sicherheitsfor-
schungsprojektesbeschäftigt, ohnedassdieserAnsatzweiterverfolgtwurde.
DieResilienzÖsterreichs kannnichtmit einer einzigen, allgemeinwirksamen
Maßnahmen erhöht werden. Daher wird in den vier großen Arbeitsfeldern
Katastrophenschutzmanagement, Cyber Sicherheit, Sicherheitsforschung und
Schutz kritischer Infrastrukturen,mit einer Vielzahl vonMaßnahmen an der
SteigerungderResilienzvonStaatundGesellschaft gearbeitet.
EinewichtigeRollekommtdabeiderSicherheitsforschungzu.Imnationalen
SicherheitsforschungsprogrammKIRASundimEUProgrammHORIZON2020
wird in anwendungsorientierter Forschung dieWissenbasis erhöht sowie von
Schutzkritischer
Infrastrukturen670
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute