Seite - 675 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
4)DieswirddieKosten fürdenBetriebkritischer Infrastrukturenerhöhen,da
zusätzlicheMaßnahmenzur SteigerungderResilienz aller Subsysteme (Be-
triebsanlagen, Krisenvorsorge, Business Continuity Management,…) not-
wendig sind.
5)Dies kann zu betriebswirtschaftlichenÜberlegungen führen, kritische In-
frastrukturen oder zumindest Teile ihrer Betriebsanlagen in weniger ge-
fährdeteRegionenzuübersiedeln.
6) Bei jenen kritischen Infrastrukturen, bei denen dieÜbersiedlung des Un-
ternehmens oder von Betriebsanlagen auf Grund der Art des Betriebes
(Speicherkraftwerke in den Alpen) oder einer staatlichen Versorgungsver-
pflichtung(Energie,Verkehr,verfassungsmäßigeEinrichtungen,Gesundheit,
Hilfs- undEinsatzkräfte) nichtmöglich ist, werden sich die Betriebskosten
wesentlicherhöhen.
7)Nur durch die Verstärkung vonVorsorgemaßnahmen gegenüber den Aus-
wirkungen steigender Extremereignissewird esmöglich sein, dieAlpen als
Wirtschafts-undLebensraumnachhaltig abzusichern.
26.4 Handelsempfehlungen
Zuletzt zurFrage,wiedieResilienzkritischer Infrastrukturengegenüber einer
wachsenden Bedrohung durch Extremereignisse erhöht werden kann? Wie
eingangs festgestellt, kann Resilienz nicht durch einzelne und isolierteMaß-
nahmen sondern nur durch ein breites und umfassendes Aktionsprogramm
erhöhtwerden.Hier sinddreiAktionsfeldermaßgeblich:
1)AusbauderForschung
Dempolitisch-administrativeProgrammAPCIP fehlendzt.wissenschaftlich
gesicherte Erkenntnisse, welche Auswirkungen ein Anstieg von Extremer-
eignissen in Folge des Klimawandels auf die kritischen Infrastrukturen im
Alpenraum haben wird. Dazu müsste in universitären Einrichtungen die
Grundlagenforschung zu dem Thema aufgenommen werden. Ergänzend
könnte das nationale Sicherheitsforschungsprogramm KIRAS helfen, an-
wendungsorientierte Lösungen zur ErhöhungderResilenz der technischen
Subsystemekritischer Infrastruktrenzuentwickeln.
2)VertiefungderZusammenarbeitmitdenBetreibernkritischerInfrastrukturen
APCIP beruht auf der Public Private Partnership zwischen zwischen der
Verwaltung und den Betreibern kritischer Infrastrukturen. Diese Zusam-
menarbeitmussgenutztwerden,umdiewachsendeBedrohungbestimmter
Sektoren der kritischen Infrastrukturen durch denKlimawandel bewusster
zumachenund die Bereitschaft der Betreiber zu fördern,Maßnahmen zur
StärkungderResilienz ihrerEinrichtungenzuergreifen.DieSchaffungeines
Handelsempfehlungen 675
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute