Seite - 679 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Bild der Seite - 679 -
Text der Seite - 679 -
© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
renforschung vorbeugende Maßnahmen zur Verringerung negativer Auswir-
kungen in der Gesellschaft; andere Ansätze fokussieren auf Ereignismanage-
ment und Wiederaufbau. In der Vulnerabilitätsforschung sind verschiedene
Ansätzebereits seit JahrzehntenGegenstandderwissenschaftlichenAuseinan-
dersetzung.Dabei haben sich Schwerpunkte (wenn auchunterschiedliche) im
BereichderempirischenDatenanalysesowieindikatorengestützteVerfahrenzur
Beschreibung vonVulnerabilität herausgebildet. Dementsprechend kann sich
Vulnerabilität beispielsweise nur auf die physische Schadensanfälligkeit von
Risikoelementen (z.B. Infrastruktur oder Gebäude) beziehen, welche durch
Einwirkungen einer bestimmten Prozessstärke (Wassertiefe, Fließgeschwin-
digkeiten,Windstärke) geschädigt werden; die Analyse der sozialen Vulnera-
bilität hingegen fokussiert auf Bedingungen und Prozesse, die die unter-
schiedlicheStärkevonAuswirkungeneinesEreignisses inverschiedenenTeilen
der Gesellschaft erklären. Darüber hinaus kann die ökonomische von der in-
stitutionellen Vulnerabilität unterschieden werden, während erstere auf die
wirtschaftlichenVerluste aufgrund von (Natur-)Gefahren fokussiert, definiert
letztere die rechtlichen und normativen Rahmen, unter denen die Schadens-
anfälligkeit ansteigenoderabsinkenkann.
EingrundlegendesKonzept zurErfassungderunterschiedlichenDimensio-
nenvonVulnerabilitätleiteteChambers(1989)undspäterBohle(2001)zunächst
inBezugaufDürreunddarausresultierendeAuswirkungenab:Siebeschrieben
einedoppelteStrukturvonVerwundbarkeitimSpannungsfeldzwischenäußerer
Bedrohung(Exposition)undinternenBewältigungsmechanismen.Dieinternen
Bewältigungsmechanismen können auch als eine Form der Resilienz gesehen
werden, welche die Bewältigungskapazität einer betroffenen Gesellschaft ge-
genüberNaturgefahrenbestimmen.BetreffendderAuseinandersetzungmitden
BegrifflichkeitenargumentiertAlexander (2013), dassdieUrsachen fürVulne-
rabilität undResilienz inArmut,Marginalisierung gesellschaftlicher Gruppen
und der Gefährlichkeit bestimmterÖrtlichkeiten zu suchen sind. In beiden
Fällenseien folglichAnpassungsmechanismen imSinnevon(oftkulturell oder
historisch bedingten) Entscheidungsprozessen notwendig, um negative Aus-
wirkungenzuverringern.
Zunächst werden in den folgendenKapiteln die unterschiedlichenDimen-
sionenvonVulnerabilitätmit einemBezugaufdieSituation inÖsterreichvor-
gestellt. Anschließend erfolgt einReview zuunterschiedlichenNaturgefahren-
Prozessenmit einemFokusaufExtremereignissen.
Einführung 679
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
zurück zum
Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute