Seite - 685 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Bild der Seite - 685 -
Text der Seite - 685 -
© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
Auswirkungen vonNaturgefahren (Schäden) durchÜbertragung der Verlust-
wahrscheinlichkeit auf eine größereGemeinschaft (Versicherungen, Katastro-
phenfonds). Nach Frey (1990) können Institutionen aufgrund verschiedener
Aspekte indreiTypeneingeteiltwerden:
1) InstitutionendefiniertalsVerfahrenundSysteme,durchdieEntscheidungen
innerhalb einerGesellschaft getroffenwerden.ZudenwichtigstenSystemen
gehören der Markt (aus wirtschaftlicher Sicht), das politische System der
Demokratie, andere Verhandlungssysteme wie rationalisierte Hierarchien
unddiedamit verbundenenHandlungsweisen.
2) Institutionendefiniert als formelleund informelleRegeln,diemenschliches
Handeln bestimmen, wie das Rechtssystem, das von der jeweiligen politi-
schen Entität festgelegtwird, den traditionellenRahmen, der aufgrundder
Religion geschaffenwurde, und die durch die Geschichte entwickelten so-
zialenNormen.
3) Institutionen, die als Organisationen definiert sind, wie etwa die Gesamt-
strukturdesStaates,OrganisationenundBürokratien,aberauchVereine,die
Familie und informelleGruppenvon Individuen, die ein gemeinsames Ziel
verfolgen.
NachNorth (1990) prägen diese Institutionen die Regeln innerhalb einer Ge-
sellschaft und zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren; und in
BezugaufdieVulnerabilitätsinddieseInstitutionenvonerheblicherBedeutung,
umdie Auswirkungen vonNaturgefahren für Einzelpersonen und die Gesell-
schaftzureduzieren(Papathoma-KöhleundThaler,2018).Verhaltensmuster in
Gesellschaften spiegeln jedoch individuelle Entscheidungenwider, bei denen
Individuenversuchen, ihrenNutzen zumaximierenund ihreKosten zumini-
mieren. Daher treffen Individuen Entscheidungen darüber, wie sie handeln
sollen, indem sie die Kosten und den Nutzen verschiedener Handlungsmög-
lichkeiten vergleichen. Infolgedessen werden in der Gesellschaft Verhaltens-
muster entwickelt, die sichausdiesenEntscheidungenergeben.
InÖsterreich ist der institutionelle Rahmen für denUmgangmitNaturge-
fahren durch das allgemeine Prinzip der staatlichen Verantwortung für die
ReduktionverschiedenerRisikengeprägt (Fuchs, 2009; Papathoma-Köhleund
Thaler, 2018).Herausforderungen imZusammenhangmit einerReduktionder
institutionellenVulnerabilitätwurden jedochbisher nicht explizit berücksich-
tigt:Zumeinen istdieGesetzgebungzuNaturgefahrenaufgrundder föderalen
StrukturderRepublikÖsterreichvielfältig(Hattenberger,2006;Kanonier,2006;
Kerschner,2008).MehrereArtikelaufBundesebenewerdendurchverschiedene
RegelungenaufEbenederBundesländer(Länderebene)undsogardarunterauf
Gemeindeebene ergänzt, insbesondere in Bezug auf die Flächennutzungspla-
nung. Zumanderen ist das Risikobewusstsein der Bevölkerung inÖsterreich
UnterschiedlicheDimensionenvonVulnerabilität 685
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
zurück zum
Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute