Seite - 724 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
DieunmittelbarenökonomischenAuswirkungenvonSchädendurchNaturge-
fahren imAlpenraumwerden nicht systematisch gemessen. Regelmäßige Be-
richteüber besondere Ereignisse geben fallweiseAufschlussüberökonomisch
relevanteAspekte, dasHauptaugenmerk richtet sich aber auf dieDokumenta-
tionderProzesseundEreignisketten (Hübl et al., 2002, 2005, 2007, 2009, 2010,
2013a,b,2014,2015,2016,2017;HüblundJanu,2003;HüblundPürstinger,2003;
Rudolf-Miklau,2006).Fürdie Jahre1972bis2004 liegen immerhinAngabenzu
denmonetärenObjektschäden durchWildbachereignisse vor (Oberndorfer et
al., 2007).
Prettenthaler et al. (2018) sichten die aktuelle Informationslage über öko-
nomische SchädendurchNaturgefahrenundbeschreiben anhandvonFallstu-
dienwelcheöffentlichenundprivatenStellenDatensammeln.Wasfehlt ist eine
Standardisierung,ZusammenführungundVeröffentlichungderDaten.ImZuge
einesProjektes soll dieserMangel indenkommenden Jahrenbeseitigtwerden,
und zwar durch denAufbau einer an der Zentralanstalt fürMeteorologie und
GeodynamikzuetablierendenDatenbank(Schubert, 2018).
Auch wenn es nicht möglich ist, die ökonomischen Schäden anzugeben,
bietenmehrere Quellen Anhaltspunkte über das Ausmaß von Schäden durch
Naturgefahren. Um Aufschluss über das Schadenausmaß zu erhalten, ist es
dahernötig, dasProblemvonmehrerenSeitenauseinzugrenzen.
Eine vonderWildbach-undLawinenverbauungprimär für interneZwecke
geführte Statistik über »Sofortmaßnahmen« gibt zuverlässige Anhaltspunkte
überdieKostenderBeseitigungvonSchädenamGewässerlaufoder zurStabi-
lisierung vonHängen. Es ist nicht möglich, daraus auf das Ausmaßweiterer
Schäden(z.B.anStraßenoderGebäuden)zuschließen.DieseAngabenkönnen
aber als eineUntergrenzederökonomischenSchädengelten. ImDurchschnitt
der Jahre 2009 bis 2017wurden imAlpenraumpro Jahr annähernd 13,4Mio.
Euro für diese Zwecke ausgegeben (imgesamtenBundesgebiet 14Mio. Euro).
Die regionaleVerteilungdieserAusgaben zur Schadenbeseitigung zeigtAbbil-
dung04.
EineweitereQuelle,dieHinweisezurHöhederSchädendurchNaturgefahren
liefert, istderjährlicheBerichtdesBundesministeriumsfürFinanzen(BMF)zur
GebarungdesKatastrophenfonds. IndiesenBerichtenwerdendieZuschüssean
Privatpersonen, Gemeinden und Ländern angeführt, die aus dem Katastro-
phenfonds geleistet werden (siehe Prettenthaler, 2018 für eine aktuelle Be-
standsaufnahme). Das genaue Schadenausmaß kann daraus nicht abgeleitet
werden, da der Katastrophenfonds nur einen Teil der entstandenen Schäden
abdeckt. Personen, derenSchädendurchprivateVersicherungen gedecktwer-
den, erhaltenbeispielsweisekeineLeistungenausdemKatastrophenfonds.Das
tatsächliche Schadenausmaß von Privatpersonen dürfte abhängig vom Bun-
deslandetwazwei bisdreiMalhöher sein (Köberl, 2018).ZurBeseitigungvon
ÖkonomischeDimensionenalpinerNaturgefahren724
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute