Seite - 730 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
aucheinenÜberblickzudenFinanzierungsströmen.Die»Interessenten«sindin
denmeisten Fällen dieGemeindenundnur inAusnahmefällen die direkt von
Maßnahmen begünstigten Personengruppen. Die in Tabelle 02 angeführten
Beträge entsprechen etwa einem Drittel der Gesamtausgaben für Präventiv-
maßnahmenzuNaturgefahren (vgl. Sinabell, 2018).
Die Ausgaben von Privatpersonen und vonUnternehmen zur Schadenprä-
ventionoderSchadenminderungsind inderÜbersichtnicht enthalten.Esgibt
dazu auch keine Statistiken. Auch die Ausgaben von Infrastrukturbetreibern
(z.B. Straßenbau, Seilbahnbetreiber) zur Schadenvermeidung werden weder
systematischerfasst nochberichtet.
28.3 SchadenursachenundRisiko-Steuerung
28.3.1 Bevölkerungsentwicklung
DasAusmaßder SchädenunddieAusgaben zur Schadenprävention stehen in
unmittelbaremZusammenhangmitderBevölkerung.DieEntwicklungderBe-
völkerung imAlpenanteil der einzelnenBundesländer ist inTabelle 03 zusam-
mengestellt.DieÜbersichtzeigt,dassderAnteilderinÖsterreichimAlpenraum
lebenden Personen seit dem Jahr 2000 leicht abgenommen hat. Trotz des an-
teiligenRückgangshatdieAnzahlderPersonen,die imAlpenraumÖsterreichs
leben, signifikant zugenommen(siehemittlererTeilTabelle 03).
DieregionaleBevölkerungsentwicklung ist jedochsehrheterogen.Dieszeigt
Abbildung06, in der Zuwachs bzw.AbnahmederBevölkerung zwischen 2002
und2017 jeGemeindedargestellt ist.NochdetailliertereAuswertungenaufder
Grundlage von Rasterdaten (250 x 250m) zeigen, dass die Personen bei der
Wahl,wosiewohnen,demGefahrenpotentialRechnungtragen.WieSinabell et
al. (2016) herausfanden, sind die Bevölkerungszuwächse von Personen am
Hauptwohnsitz in Zonen mit hohem Gefährdungsgrad geringer als in nicht
gefährdeten Zonen. Auswertung von Arbeitsstätten zeigen, dass auch Unter-
nehmen gefährdete Zonenmeiden. Es wurde der Stand der Bevölkerung und
Arbeitsstätten2001und2011verglichenundeswurdeeineGleichverteilungder
Bevölkerungbzw.Arbeitsstätten indenRasterzellenunterstellt.DieErgebnisse
von Fuchs et al. (2015, 2017) stehen dazu nicht notwendigerweise imWider-
spruch, da unterschiedliche Gebiete untersucht wurden und unterschiedliche
Gruppen verglichenwurden. Das von Löschner et al. (2017) konstatierte »ex-
posure paradoxon« (die Bevölkerung in gefährdeten Zonen von Abwande-
rungsgemeindennimmt zu)wurde vonSinabell et al. (2016) nicht untersucht.
VorliegendePrognosendeutendaraufhin,dasssichdieheterogeneräumliche
Entwicklung der Bevölkerung weiter fortsetzen wird. Die Bevölkerung einer
ÖkonomischeDimensionenalpinerNaturgefahren730
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute